198  Deutschland  nach  dem  Suterregunm.

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wesen  führte  Maximilian  ein.  Zugleich  wurde  durch  Maximilian  der  Grund  zu  einem
Range  und  einer  Macht  des  Hauses  Habsburg  gelegt,  dergleichen  kaum  je  ein  anderes
Regentenhaus  besaß.

Der  reichste  Fürst  jener  Zeit  war  Karl  der  Kühne,  Herzog  von  Burgund.  Er
besaß  fast  die  sämtlichen  reichen  Länder  des  alten  Lothringen:  die  schönen  Länder,  welche
an  den  Ausflüssen  des  Rheins  und  der  Schelde  liegen  und  mit  dem  gemeinschaftlichen
Namen  der  Niederlande  benannt  werden,  und  das  Herzogtum  Burgund.  Sein  stolzer
hochstrebender  Sinn  stand  jedoch  nach  noch  größeren  Dingen,  und  deshalb  sah  er  es
gerne,  als  Kaiser  Friedrich  III.  seinen  Sohn  Maximilian  mit  seiner  einzigen  Tochter
Maria,  welche  einst  die  Erbin  der  schönen  burgundischen  Länder  wurde,  zu  vermählen
wünschte.  Er  verlangte  von  ihm  dafür  den  Königstitel,  gleich  wie  auch  frühere  Kaiser
die  Herzoge  von  Böhmen  als  Lehensfürsten  des  Reiches  zu  Königen  gemacht  hatten.  Zu
der  Verhandlung  hierüber  verabredeten  beide  eine  Zusammenkunft  nach  Trier,  wie
im  Jahre  1473.  Der  reiche  Herzog  erschien  mit  mehr  als  kaiserlicher  Pracht,  und  Friedrich,
welcher  bei  der  Unordnung  in  seinen  Erbländern  fast  immer  Mangel  litt,  erschien  neben
ihm  in  gar  ärmlicher  Gestalt.  Das  mochte  ihn  verdrießen;  vielleicht  mißfiel  ihm  überhaupt
  der  stolze  Sinn  und  das  anmaßende  Betragen  des  Herzogs;  denn  so  sicher  hielt
dieser  sich  der  Königswürde,  daß  er  die  Kleinodien  zu  seiner  Krönung  schon  mitgebracht
hatte  und  schon  Anstalten  zu  dem  großen  Feste  machen  ließ.  Allein  der  Kaiser  zog
plötzlich  von  Trier  ab  unter  dem  Vorgeben,  daß  seine  Gegenwart  in  Köln  wegen  der
Uneinigkeit  zwischen  dem  Erzbischof  und  seinem  Synodal  dringend  nötig  sei.  Voll  Zorns
verließ  der  Herzog  gleichfalls  Trier.  Aber  die  Zusammenkunft  war  dennoch  nicht  ohne
Folgen.  Karl  hatte  bei  dieser  Gelegenheit  den  jungen  ritterlichen  Kaiserssohn,  der  in
allen  Leibesübungen  ein  Meister  war,  lieb  gewonnen,  und  schilderte  ihn  nach  seiner
Zurückkunft  seiner  Tochter  Maria  so  vorteilhaft,  daß  diese  sich  nachher,  ohne  ihn  gesehen
zu  haben,  in  einem  Briefe  ihm  verlobte.  Dadurch  kamen  die  ehemals  deutschen  Niederlande
  aus  habsburgischem  Besitz  an  Deutschland  zurück.  Dazu  gewann  Maximilian  1491
nach  dem  Tode  des  Ungarnkönigs  Matthias  Korvinus  von  dessen  Nachfolger  Wladislaw,
der  auch  in  Böhmen  herrschte,  die  Anwartschaft  auf  die  Königreiche  Ungarn  und  Böhmen.
Der  Kaiser  hatte  1496  einen  neuen  Reichstag  nach  Lindau  einberufen.  Allein  er  selbst
war  unterdessen  nach  Italien  vorausgeeilt,  und  als  sich  nun  die  Reichsstände  allmählig
in  Lindau  versammelten,  ließ  sich  ihre  Absicht,  auch  jetzt  wiederum  nur  die  inneren  Angelegenheiten
  zur  Sprache  zu  bringen,  deutlich  erkennen.  Ihre  Hauptstütze  glaubten  sie
dabei  in  dem  Erzbischof  Berthold  zu  finden  und  dieser  bestand  auch  mit  aller  Energie  auf
der  von  ihm  ins  Werk  gesetzten  Reform  des  Reiches.

Indessen  war  Maximilian  von  seinem  Zug  nach  Italien  wieder  zurückgekehrt.
Voll  Zorn  und  Unmut  über  die  Mißerfolge,  die  er  dort  gehabt,  war  er  durchaus  nicht
gesonnen,  das  Reformwerk  zu  fördern,  da  er  nur  dem  Widerstand  der  Reichsstände  sein
Unglück  in  Italien  verdanken  zu  müssen  glaubte.  Eine  neue  Reichsversammlung,  die  in
Worms  unter  sehr  schwacher  Beteiligung  eröffnet  worden  war,  wurde  bald  darauf  nach
Freiburg  verlegt,  und  hier  machte  nun,  als  er  im  Sommer  1498  dort  erschien,  Maximilian
den  Fürsten  die  allerschwersten  Vorwürfe.  Dem  Erzbischof  von  Mainz  allein  war  es  zu
verdanken,  daß  es  hier  nicht  zu  einem  Bruch  kam.  Dadurch,  daß  er  dem  König  Aussicht
auf  den  Ertrag  des  sogenannten  gemeinen  Pfennigs  machte,  gewann  er  ihn  für  sich,  und
Maximilian  nahm  sich  nun  der  Fragen  nach  der  inneren  Reform  von  neuem  an.  Man