Matzimilian  I.  201

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zusammengetretene  Reichsrat  zeigte  wenig  Lust  dazu.  Ebenso  wie  der  sogenannte  gemeine
Pfennig  zuvor,  stieß  nun  auch  die  Aushebung  überall  auf  Widerstand;  anstatt  gegen
Frankreich  energisch  aufzutreten,  begann  man  mit  Ludwig  XII.  Unterhandlungen  unzuknüpfen,
und  bald  schien  sich  alles  so  herrlich  Begonnene  wiederum  in  Nichts  auflösen  zu  wollen.
Im  Frühjahr  1502  löste  sich  das  Reichsregiment  auf  und  Maximilian  glaubte  mit  tiefem
Unwillen  überall  den  Einfluß  Frankreichs  zu  bemerken,  das  den  Hader  im  Reich  nur  zu
seinen  Gunsten  ausnützen  wolle.  Allein  noch  immer  ließ  Erzbischof  Berthold  von  seinem
nun  einmal  begonnenen  Werke  nicht  ab.  Heftige  Klagen  führten  er  und  Maximilian  in
ihren  Briefen  gegen  einander.  Die  Stände  aber  wollten  in  keinem  Stück  nachgeben,  und
hielten  nun  im  Dezember
  in  Würzburg  eine
große  Versammlung,  in
welcher  sie  ihren  Widerstand
  erneuerten,  und  auf
die  nächste  Pfingsten  eine
große  Reichsversammlung
beschlossen.  Nun  erließ
auch  Maximilian  ein  Ausschreiben,
  in  welchem  er
die  Stände  einlud,  an
seinen  Hof  zu  kommen,
damit  man  sich  über  die
Rüstungen  gegen  die  Türken,
  sowie  über  die  Form
der  Reichsverfassung  berate.
  Wohl  fand  nun
1506  in  Mainz  die  kurfürstliche
  Versammlung,
die  sehr  zahlreich  besucht
war,  statt;  daß  die  vom
König  ausgeschriebene
auch  stattgefunden  habe,
darüber  finden  wir  nir-  Kaiser  Max  und  Maria  von  Burgund.  Aus  dem  Weißkunig.
gendseine  Erwähnung.  In

Mainz  erhob  man  dann  Widerspruch  gegen  das  Verfahren  Maximilians;  man  erklärte  ihm
daß  sich  kein  Fürst  des  Reichs  dazu  verstehen  werde,  vor  ihm  Rechtfertigung  zu  tun  oder  zu
leiden.  Dahin  war  man  mit  den  Versuchen,  das  Reich  zu  konstituieren  im  Jahre  1508  gelangt
Die  Autorität  des  Reiches  war  weder  in  Italien  noch  in  der  Eidgenossenschaft,  noch  an
den  östlichen  Provinzen,  wo  Polen  und  Russen  die  deutschen  Ritterschaften  unaufhörlich
bedrängten,  wieder  hergestellt.  In  dem  Innern  war  die  alte  Unordnung  wieder  ausgebrochen;
  nicht  allein  war  der  Versuch,  eine  haltbare  Verfassung  für  Krieg  und  Frieden
zu  gründen,  gescheitert,  es  gab  auch  kein  allgemein  anerkanntes  Gericht  mehr.  Maximilian
war  indessen  nicht  gesonnen  nachzugeben.  Noch  fand  sich  eine  große  Anzahl  von  Fürsten,
die  mit  dem  Kurkollegium  unzufrieden,  sich  treulich  zu  dem  königlichen  Herrn  hielten.
Ebenso  war  sein  Anhang  unter  den  geistlichen  Herren  kein  geringer,  und  allerhand  Um-