220  Deutschland  nach  dem  Juterreguum.

sind  es  namentlich  die  Skulpturen  an  der  prächtigen  Fassade  von  St.  Lorenz.  Daneben
ist  es  der  „schöne  Brunnen“  und  die  Skulpturen  an  der  Frauenkirche  und  an  der
Sebalduskirche.  Ju  Schwaben  verdient  hier  namentlich  die  Frauenkirche  zu  Eßlingen
Erwähnung,  ebenso  zeigt  die  stattliche  Kreuzkirche  in  Gmünd  schöne  Figuren,  und  im
Elsaß  ist  es  die  Kirche  zu  Thann,  die  eine  glänzende  bildnerische  Ausstattung  aufzuweisen
  hat.

Die  Malerei  selbst  hatte  in  dieser  Periode  nur  ein  begrenztes  Feld.  Die  Wandmalerei
  finden  wir  nur  in  wenigen  Fällen  vertreten,  und  auch  in  der  Glasmalerei  finden
wir  kein  so  reges  und  schönes  Schaffen,  wie  in  der  gerade  jetzt  zur  höchsten  Blüte
kommenden  Miniaturmalerei.  Ging  auch  hierin  Frankreich  allen  übrigen  Ländern  mit
glänzendem  Beispiel  voran,  so  finden  wir  doch  auch  in  Deutschland,  wo  die  Miniaturmalerei
  namentlich  zur  Illustration  der  weltlichen  Poesie  benutzt  wurde,  Leistungen  von
großem  künstlerischem  Wert.  In  München  findet  sich  eine  Handschrift  des  Tristan  von
Gottfried  von  Straßburg,  die  als  eines  der  liebenswürdigsten  Beispiele  hierfür  genannt
werden  darf,  die  Weingartner  Handschrift  in  der  königlichen  Bibliothek  zu  Stuttgart  reiht
sich  ihr  ebenbürtig  an;  die  zahlreichen  Bilder  der  Manessischen  Liederhandschrift  zu  Paris
zeigen  ebenso  ein  prächtiges  Schaffen,  und  namentlich  die  Tafelmalerei  ist  es,  in  welcher
Deutschland  um  diese  Zeit  Unübertreffliches  leistete.  Die  Hauptvertreterin  hierfür  ist  die
Nürnberger  Schule,  deren  Blüte  sich  um  die  Mitte  des  14.  Jahrhunderts  entfaltete.
Da  ist  namentlich  der  Imhoff'sche  Altar  aus  der  Lorenzkirche,  der  sich  jetzt  auf  der  Burg
befindet;  den  Nürnbergern  reihten  sich  würdig  die  Kölner  und  ihre  Schule  an,  vertreten
namentlich  durch  Meister  Wilhelm  von  Herle  und  Stephan  Lochner,  welch  letzterer  der
Schöpfer  jenes  berühmten,  jetzt  in  einer  Chorkapelle  des  Kölner  Doms  befindlichen  Dombildes
  war.  In  seinem  wundersamen  Werke  erreichte  die  Kunst  jenes  Zeitraums  ihren
Höhepunkt.