228  Katl  V.  und  die  Reformation.

Lutherischen  in  Gotha  und  Torgau  sich  zusammentaten.  Schon  auf  dem  Reichstag  zu
Speyer,  1526  traten  sie  in  beträchtlicher  Anzahl  auf  und  der  Reichstagsbeschluß  lautete
deßwegen  auch,  daß  in  Sachen  des  Wormser  Edikts  jeder  Stand,  bis  ein  Conzil  die

Eiserne  Hand  des  Götz  von  Berlichingen.

endgiltige  Entscheidung  bringe,  so  leben,  regieren  und  es  halten  solle,  wie  es  ein  jeder
gegen  Gott  und  den  Kaiser  verantworten  könne.  Kaum  aber  hatte  Karl  in  Italien  sich
Freiheit  der  Bewegung  verschafft,  so  wurde  auf  einem  zweiten  Reichstag  zu  Speyer  die
strenge  Durchführung  des  Wormser  Edikts  beschlossen,  ein  Beschluß  gegen  den  freilich
19  Reichsstände  protestierten.
Von  nun  an  hießen  die  Anhänger
  der  Reformation  Protestanten.
  Auf  den  Sommer
1530  hatte  der  Kaiser  einen
neuen  Reichstag  nach  Augsburg
  ausgeschrieben  und  diesem
legten  nun  die  Protestanten
ihr  Glaubensbekenntnis  vor,
das  von  Melanchthon  abgefaßt
war.  In  demselben  Jahre  noch
wurde  von  den  Häuptern  der
Protestanten  der  Schmalkaldische
  Bund  gegründet,  und.
im  Jahre  1532  wurde  der
Nürnberger  Religionsfriede
  geschlossen,  in  welchem
beide  Parteien  gelobten,  nichts
gegeneinander  zu  tun,  bis  ein
Die  Wartburg.  allgemeines  Conzil,  auf  das
man  baldigst  hoffe,  die  endgiltige
  Entscheidung  gebracht  habe.  Dieser  schmalkaldische  Bund  wurde,  da  sich  indessen
die  Anhänger  der  Reformation  stark  vermehrt  hatten,  im  Jahre  1537  auf  sechs  Jahre
erneuert,  während  ihm  gegenüber  1538  der  Nürnberger  Bund  nicht  gebildet  wurde.
Luther  hatte  sich  indessen  von  allen  diesen  Streitigkeiten  hinweg  mehr  und  mehr
nach  seinen  Wittenberger  Kreis  zurückgezogen.  Er  sah  sein  Werk  wachsen,  und  sein
Wunsch,  einen  Krieg  um  des  Glaubenswillen  nicht  erleben  zu  müssen,  ging  in  Erfüllung-In
  der  Nacht  vom  18  Februar  1548  starb  er  im  Kreise  der  Seinigen.