Der  schmalkaldische  Krieg.  233

Kaum  hatte  indessen  Johann  Friedrich  sein  Land  wieder  zurückerobert,  so  stand
Karl  V.  mit  einem  starken  Heere  an  den  böhmischen  Grenzgebieten  und  brach  nun  in
Sachsen  ein.  Mit  ihm  war  Moritz  von  Sachsen,  unter  ihm  befehligte  Alba  und  in  der
Nähe  von  Mühlberg  kam  es  zur  Schlacht.  die  mit  der  Niederlage  und  der  Gefangennahme
  des  Kurfürsten  endigte.  Karl  V.  rückte  nun  vor  Wittenberg  und  begann  dieses
zu  belagern;  dafür,  daß  der  Kurfürst  in  die  Uebergabe  der  tapfer  verteidigten  Stadt
willigte,  wandelte  der  Kaiser  die  über  ihn  verhängte  Todesstrafe  in  ewiges  Gefängnis
um.  Auch  Philipp  von  Hessen  geriet  nun  in  die  Gefangenschaft  des  Kaisers,  und  dieser
erließ  1548  das  Augsburger  Interim,  nach  welchem  den  Protestanten  wenig  mehr

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Landeknechte  und  Feuergeschütz  im  16.  Jahrhnundert.

als  Laienkelch  und  Priesterehe  blieb.  Magdeburg,  das  ebenso  wie  eine  Reihe  anderer
Städte  seinen  Widerstand  gegen  den  Kaiser  fortsetzte,  wurde  geächtet,  und  Moritz  und
Joachim  II.  mit  der  Ausführung  der  Acht  beauftragt.

Nun,  nachdem  der  Kaiser  wieder  die  ganze  Macht  in  seinen  Händen  wußte,  trat
er  mit  dem  Plane  hervor,  seinen  Sohn  Philipp  zum  Nachfolger  Ferdinands  im  Reiche
und  die  Krone  in  seinem  Hause  erblich  zu  machen.  Aber  dadurch  stieß  er  bei  seinem
Bruder  Ferdinand  und  dessen  Sohn  Maximilian  an.  Allein  erst  Moritz  von  Sachsen
hatte  den  Mut,  gegen  diesen  Plan  öffentlich  aufzutreten.  Die  Ausführung  der  Acht
über  Magdeburg  gab  ihm  Gelegenheit,  ohne  das  es  der  Kaiser  bemerkte,  ein  starkes
Heer  zu  sammeln,  und  es  gelang  ihm  ein  Bündnis  unter  den  protestantischen  Fürsten
herzustellen,  dessen  Spitze  gegen  den  Kaiser  gerichtet  war,  der  gerade  jetzt  in  Ober-