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barte  und  unter  einem  sehr  befreundeten  Fürstenhause  stehende  Lothringen  aus  dem  deutschen
Reichsverband  entlassen.  Im  Jahre  1556  legte  Karl  V.  die  Kaiserkrone  nieder,  die  nun  auf
seinen  Bruder  Ferdinand  (1558—1564)  überging.  In  der  Einsamkeit,  neben  dem  Kloster
St.  Just  (in  Estremadura,  nördlich  vom  Tajo)  hatte  er  sich  ein  Haus  erbaut.  Hier
starb  er  1558.

Ferdinand  I.  1558  —  1501.

Katholiken  und  Protestanten  standen  sich  auch  nach  dem  Augsburger  Religionsfrieden
  scharf  gegenüber.  Noch  aber  wußten  die  Kaiser  am  Ende  des  sechzehnten  Jahrhunderts
  den  Ausbruch  offener  Feindseligkeiten  zu  verhindern.

Ferdinand  I.  (1558—1564)  hatte  die  hervorragenden  Talente  seines  Bruders  nicht,
war  aber  bei  aller  Anhänglichkeit  an  den  alten  Glauben  so  gemäßigter  Ansicht,  daß  er
gar  wohl  begriff,  man  müsse  billigen  Anforderungen  der  Zeit  in  etwas  nachgeben,  und
zeitgemäße  Verbesserungen  auch  der  katholischen  Kirche  nicht  schaden  könnten.  Großen
Anteil  daran  hatte  auch  seine  von  den  Türken  gefährdete  Lage  in  Ungarn,  und  er
brauchte  den  guten  Willen  aller  seiner  Untertauen,  zumal  da  er  auf  die  Hilfe  des
Papstes  Paul  1V.  nicht  rechnen  konnte,  der  ihn  garnicht  anerkannte,  weil  Karl  die  Krone
ohne  seinen  Willen  habe  ebensowenig  ablegen,  wie  Ferdinand  sie  sich  aufsetzen  dürfen.
Von  seiner  Milde  gegen  seine  vielen  protestantischen  Untertanen  zeugt,  daß  er  ihnen  aus
landesherrlicher  Gewalt  gestattete,  das  Abendmahl  unter  beiderlei  Gestalt  zu  nehmen.
Weit  strenger  verfuhren  die  Herzöge  von  Bayern,  deren  Universität  Ingolstadr
schon  damals  die  Verfechterin  der  altgläubigen  Lehren  war.  Den  der  Resormation
freundlich  gesinnten  Adel  vertröstete  Herzog  Wilhelm  auf  ein  Konzil.  Er  starb  am
25.  Juli  1564,  nachdem  er  im  Jahre  zuvor  seinen  ältesten,  von  den  Kurfürsten  zu  seinem
Nachsolger  erwählten  Sohn  Maximilian  zum  römischen  König  hatte  krönen  lassen.  Von
seinen  drei  Söhnen,  die  er  in  seinem  Testamente  zur  Treue  gegen  den  alten  Glauben
mahnte,  erhielt  Maximilian  Böhmen  und  Ungarn,  Ferdinand,  der  Gemahl  der  durch
Schönheit  und  Geist  gleich  ausgezeichneten  Augsburgerin  Philippine  Welser,  Tyrol,  und
Karl,  der  jüngste,  Steiermark,  Kärnten  und  Krain.

Taximilian  II.  1  504  —  1570.

Wenn  Ferdinand,  von  Grund  des  Herzens  Katholik,  nur  den  Umständen  nachgab,
und  der  Gegenpartei  Zugeständnisse  machte,  so  war  Maximilian  II.  im  Grunde  Protestant
und  fügte  sich  den  väterlichen  Anordnungen  nur  in  soweit,  als  die  Gewalt  der  Dinge  es
zu  gebieten  schien.  Maximilian  stand  als  Erzherzog  mit  Melanchthon  im  Briefwechsel.
Die  Uneinigkeit  unter  den  Protestanten  nahm  ihm  aber  viel  von  seinen  Sympathieen
für  dieselben.

Unter  seiner  Regierung  rückten  die  Türken  unter  Soliman  ll.  heran.  Dem  Kaiser
hatten  Reich  und  Papst  ansehnliche  Hilfe  gewährt;  auch  Italiener,  Franzosen  und
Engländer  nahmen  Teil  an  dem  Zug  gegen  dieselben.  Allein  trotz  seiner  90  000  Mann