Rudelf  II.  241

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von  seiner  Hauptstadt  Wien  ausschließen  wollte,  so  gab  er  ihnen  einige  Kirchen  in  der
Nähe  der  Stadt,  auf  dem  Lande.  Ihre  Zahl  nahm  bald  außerordentlich  zu;  allein  da
einige  ihrer  Lehrer  mit  törichter  Hestigkeit  gegen  Andersgläubige  vorgingen,  so  sah  sich
Rudolf  veranlaßt,  ihre  Kirchen  wieder  zu  schließen  und  ihnen  in  allen  österreichischen
Städten  das  Bürgerrecht  nehmen  zu  lassen.  Er  mußte  freilich  bald  im  Hinblick  auf  die
drohende  Türkengefahr  und  auf  die  Unruhen  in  Ungarn  wieder  sich  zu  einem  milderen
Versahren  verstehen.

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Schlachtscene.

In  Ungarn  war  man  allgemein  mit  seiner  Regierung  unzufrieden,  weil  er  sich
nicht  um  das  Land  kümmerte,  keinen  Landtag  besuchte,  ja  nicht  einmal  selbst  im  Lande
erschien,  sondern  seine  dorthin  gesandten  Soldaten  frei  schalten  und  walten  ließ.  Von
Tag  zu  Tag  wurde  der  Kaiser  gleichgültiger  gegen  die  Angelegenheiten  des  Reiches,  seine
Liebhabereien  führten  ihn  bald  in  die  Hände  betrügerischer  Leute,  und  so  wie  sich  diese
mit  den  Gelehrten  seines  Hoses  zusammen  fanden,  so  mischten  sich  in  seiner  Seele  selbst
auf  wunderlichste  Weise  die  edlen  und  die  törichten  Neigungen  zusammen.  Von  seinen

Ebner,  Illustrierte  Eeschichte  Deutschluands.  17