260  Der  dreißigsährige  Krieg.

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Insurgenten  bei,  mit  Mühe  und  Not  rettete  der  Oberst  von  Waldstein  die  Kriegskasse
nach  Oesterreich  und  bald  stand  Thurn  vor  den  Toren  Wiens.

Während  dieser  Zeit  stand  den  Kaiserlichen,  die  unter  dem  Grafen  Bucquoy  einen
glänzenden  Sieg  über  die  Böhmen  errungen  hatten,  der  Weg  nach  Wien  offen.  Allein
Bucquoy  war  zu  vorsichtig  und  bedachtsam,  und  die  Böhmen  riefen  nm.  den  Grafen
Thurn  von  den  Mauern  Wiens  zurück.

Im  Reiche  war  indessen  sofort  nach  Matthias  Tod  durch  den  Erzkangler
Kurfürst  Johann  Schweickard  von  Mainz  ein  Wahltag  ausgeschrieben  worden.  Man
hatte  die  Frage  der  Nachfolgerschaft  schon  mehrere  Jahre  zuvor  lebhaft  erörtert;  die

Krönung  Kaiser  Ferdinands  II.

protestantischen  Fürsten  knüpften  an  ihre  Zusage  Bedingungen,  allein  die  geistlichen  Kurfürsten
  waren  längst  für  Ferdinand  gewonnen,  und  die  weltlichen  waren  zu  uneinig  und
unentschieden  in  ihren  Zielen  und  Bestrebungen,  um  eine  standhafte  und  wirksame
Opposition  machen  zu  können.

So  wurde  denn  König  Ferdinand  am  28.  August  1619  zum  Kaiser  erhoben.

Ferdinand  lI.  (1619—1637)  kam  unter  den  schwierigsten  Umständen  zur  Regierung:
  Die  Böhmen  in  den  Waffen,  und  Wien  selbst  mit  einem  Uleberfall  bedrohend,
Schlesien  und  Mähren  ihnen  befreundet,  Oesterreich  sehr  geneigt  sich  mit  ihnen  zu  verbinden,
  Ungarn  nur  an  schwachen  Fäden  gehalten,  und  von  außen  durch  die  Türken