Der  Krieg  in  Böhmen.  261

jeschreckt,  dazu  der  Haß  der  Protestanten  gegen  ihn.  Aber  Ferdinand  zeigte  eine  unerchütterliche
  Standhaftigkeit.  Die  Böhmen  ertlärten  ihn  ihres  Thrones  für  verlustig  und
vählten  das  Haupt  der  protestantischen  Union,  den  Kurfürsten  Friedrich  von  der  Pfalz
u  ihrem  Könige.  Friedrich  wurde  von  Sachsen,  Bayern  und  selbst  von  seinem  Schwiegersater,
  den  König  Jacob  l.  von  England,  vor  der  Annahme  einer  so  gefährlichen  Krone
zewarnt,  allein  seine  Räte  und  namentlich  seine  Gemahlin  redeten  ihm  umso  eifriger  zu.
Friedrich  folgte  ihnen,  nahm  die  Königskrone  von  Böhmen  an,  und  wurde  am
25.  Oktober  1619  gekrönt.

Morgen  vor  der  Schlacht  am  weißen  Berge.  Von  Carl  v.  Piloty.

Ferdinand  begab  sich  auf  seiner  Rückreise  von  Frankfurt  nach  München  und  schloß
mit  dem  Herzog  von  Bayern  ein  Bündnis.  Hergog  Maximilian  übernahm  den  Oberbesehl
  über  das  katholische  Verteidigungswesen.  Auch  mit  Spanien  schloß  der  Kaiser  ein
Bündnis  ab,  und  der  spanische  Feldherr  Spinolg  erhielt  Befehl,  von  den  Niederlanden
aus  in  die  pfälzischen  Länder  einzufallen.  Selbst  der  lutherische  Kurfürst,  Johann
Georg  II.  von  Sachsen,  als  Feind  des  reformierten  Böhmenkönigs  nahm  Partei  für  den
Kaiser.  Die  Union  und  die  Liga  rüsteten  sich,  ganz  Deutschland  glich  einem  Werbeplatz.
Aller  Augen  waren  auf  den  schwäbischen  Kreis  gerichtet,  wo  die  beiden  Heere  zusammentreffen
  mußten.  Da  schlossen  sie  unerwartet  zu  Ulm  (3.  Juli  1620)  einen  Vertrag,  in