262  Der  dreißigjährige  Krieg.

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welchem  die  Uniierten  versprachen,  die  Waffen  niederzulegen,  und  beide  Teile  einander
Ruhe  und  Frieden  gelobten.  Die  Uniierten  fühlten  sich  zu  schwach,  Böhmen  war  von
diesem  Vergleiche  ausgeschlossen.

Maximilian  brach  sogleich  auf,  brachte  auf  dem  Wege  die  Stände  von  Oesterreich
zum  Gehorsam  gegen  Ferdinand,  vereinigte  sich  mit  dem  kaiserlichen  Heere  und  fiel  rasch
in  Böhmen  ein.  Von  der  andern  Seite  besetzte  der  Kurfürst  von  Sachsen  in  des  Kaisers
Namen  die  Lausitz.  Friedrich  dagegen  war  sorglos  und  in  allerlei  äußere  Dinge  verloren,
  ohne  die  innere  Würde  und  Besonnenheit,  welche  die  Zeit  erforderte.

Bei  der  Annäherung  des  Feindes  zogen  sich  die  böhmischen  Scharen  nach  Prag
und  verschanzten  sich  dort  auf  dem  weißen  Berg  nahe  vor  der  Stadt.  Ehe  aber  die
Verschanzungen  fertig  waren,  zogen  Oesterreicher  und  Bayern  heran,  und  die  Schlacht
begann.  In  weniger  als  einer  Stunde  war  Böhmens  Schicksal  entschieden,  Friedrichs
Heer  geschlagen  (8.  November  1620).  Friedrich  selbst  hatte  die  Schlacht  aus  der  Ferne,
von  den  Wällen  der  Stadt  aus  angesehen.  Er  entfloh  in  der  folgenden  Nacht  mit  dem
Grafen  von  Thurn,  und  einigen  andern  aus  Prag  nach  Schlesien,  konnte  sich  auch  hier
nicht  zum  bleiben  entschließen,  um  seine  Freunde  zu  sammeln,  sondern  floh  nach  Holland,
und  lebte  dort  ohne  Länder  und  ohne  inneren  Mut  auf  Kosten  seines  Schwiegervaters.
Der  Kaiser  erließ  gegen  ihn  die  Achterklärung,  wodurch  ihm  alle  seine  Länder  abgesprochen
wurden;  der  größte  Teil  der  Pfalz  nebst  der  Kurwürde  kam  an  Bayern.  Prag  ergab
sich  sogleich,  ganz  Böhmen,  außer  Pilsen,  welches  Ernst  von  Mansfeld  kühn  besetzt  hielt,
folgte  dem  Beispiel;  die  pfälzischen  Länder  wurden  durch  Spanier  unter  Spinola  besetzt,
die  Union  löste  sich  auf  (1621).  Schmerzhaft  für  Böhmen  war  die  Strenge  Ferdinands.
Drei  Monate  lang  geschah  nichts;  dann  plötzlich,  da  viele  der  Geflohenen  zurückgekehrt
waren,  wurden  in  einer  Stunde  48  der  Anführer  der  protestantischen  Partei  gefangen
genommen,  27  derselben  wurden  hingerichtet,  ihr  Vermögen,  sowie  das  der  Abgesandten
und  als  Verbrecher  Erklärten,  eingezogen.  Nach  und  nach  wurden  alle  protestantischen
Prediger  aus  dem  Lande  gewiesen,  endlich  allen  Herren,  Rittern  und  Bürgern  angekündigt,
daß  kein  Untertan  in  Böhmen  geduldet  werde,  der  sich  nicht  zum  katholischen  Glauben
bekenne.

Der  Streir  schien  nun  wohl  entschieden,  allein  er  war  es  in  der  Tat  nicht.  Die
Tätigkeit  eines  Mannes  leistete  Widerstand.  Ernst  von  Mansfeld  sammelte,  nachdem  er
endlich  Pilsen  verlassen,  neue  Scharen,  und  erklärte,  er  werde  die  Sache  Friedrichs  von
der  Pfalz  noch  länger  verfechten.  In  kurzer  Zeit  hatte  er  an  20  000  Mann  beisammen,
und  zwang  das  ligistische  Heer  unter  Tilly,  dem  bayrischen  Feldherrn,  immer  zu  Feld
zu  liegen.  Er  verheerte  die  katholischen  Stifte  in  Franken,  Würzburg,  Bamberg  und  Eichstädt,
  dann  Speier,  Worms  und  Mainz,  und  endlich  das  blühende  Elsaß.  Da  trat  auch
der  Markgraf  Friedrich  von  Baden-Durlach  für  die  Sache  des  pfälzischen  Hauses  auf
den  Kampfplatz,  sammelte  ein  schönes  Heer  und  vereinigte  sich  mit  Mansfeld.  Da  er
nicht  als  deutscher  Reichsfürst  kriegen  wollte,  so  übergab  er  vorher  seinen  Söhnen  die
Regierung  seines  Landes.  Ihm  mit  Mansfeld  vereinigt,  war  Tilly  nicht  gewachsen.
Nachdem  sich  die  beiden  aber  getrennt  hatten,  wurde  er  in  der  blutigen  Schlacht  bei
Wimpfen  (6.  Mai  1622)  besiegt.  Da  fand  Mansfeld  einen  neuen  Helfer  in  dem  Herzog
Christian  von  Braunschweig,  des  regierenden  Herzogs  Bruder.  Mit  einem  ansehnlichen
Haufen  stieß  er  nach  manchen  Abenteuern  zu  Mansfeld,  beide  suchten  nun  zum  zweitenmal
  das  Elsaß  heim.  Dann  wandten  sie  sich  bald  hierhin,  bald  dorthin,  fielen  in  Loth-