Die  Teilnahme  Frankreichs  am  Krieg.  273

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stand  am  13.  November  abends  dem  Heer  Wallensteins  bei  Lützen  gegenüber.  Beide
bereiteten  sich  zur  Schlacht  vor  und  Wallenstein  rief  den  Pappenheim  zurück;  er  konnte
am  folgenden  Tage  eintreffen.

Der  König  brachte  die  kalte  Herbstnacht  in  feinem  Wagen  zu  und  beredete  mit
seinen  Heerführern  die  Schlacht.  Der  Morgen  brach  an,  ein  dicker  Nebel  bedeckte  das
Gefilde.  Nach  elf  Uhr  führte  Gustav  Adolf  seine  Scharen  gegen  die  Kaiserlichen,  welche
wohlverschanzt  auf  dem  Steinwege,  der  von  Lützen  nach  Leipzig  führte,  und  in  den  tiefen
Gräben  auf  beiden  Seiten  derselben  aufgestellt  waren.  Ein  mörderisches  Feuer  empfing
die  Schweden,  viele  fanden  hier  ihren  Tod,  aber  dennoch  gewannen  die  Nachfolgenden
den  Platz,  setzten  über  den  Graben  und  die  Wallensteinschen  wichen  überall  zurück.  Indessen
  war  Pappenheim  mit  seiner  Reiterei  herbeigekommen  und  die  Schlacht  erneuerte
sich  mit  größter  Wut.  Der  linke  schwedische  Flügel  wankte,  ihm  zu  Hilfe  eilte  der  König
mit  einem  Reiterhaufen  nach  jener  Seite  hin  und  sprengte  weit  vor,  um  des  Feindes
Blöge  auszuspähen.  Nur  wenige  Begleiter  und  der  Herzog  Franz  von  Sachsen-Lauenburg
  folgten  ihm.  Seine  Kurzsichtigkeit  führte  ihn  zu  nahe  an  eine  Schwadron  kaiserlicher
Reiter;  er  erhielt  einen  Schuß  in  den  Arm,  daß  er  beinahe  ohnmächtig  vom  Pferde
sank,  und  indem  er  sich  wendete,  um  sich  aus  dem  Getümmel  hinwegführen  zu  lassen,
erhielt  er  einen  zweiten  Schuß  in  den  Rücken.  Ueber  den  Gefallenen  hinweg  jagten  die
schnaubenden  Pferde  und  zertraten  ihn  mit  ihren  Hufen,  so  daß  er  ganz  entstellt  war.
Sein  zurückkommendes  blutiges  Pferd  verkündigte  den  Seinen  die  traurige  Botsch  aft
unter  der  Führung  des  Herzogs  Bernhard  von  Weimar,  welcher  mit  heldenmütiger  Entschlossenheit
  die  Scharen  von  neuem  ordnete,  drangen  sie  wieder  über  die  Gräben  und
stürzten  sich  auf  den  Feind.  Dieser  konnte  nicht  widerstehen;  der  Generalleutnant
Piccolomini  bestieg  blutbedeckt  das  fünfte  Pferd,  und  Pappenheim,  der  ritterlich  gekämpft
hatte,  siel  von  einer  Kugel  tötlich  verwundet.  Wallenstein  ließ  angesichts  der  allgemeinen
Flucht  und  Verwirrung  zum  Rückzug  blasen.  Ein  dicker  Nebel  und  die  einbrechende
Nacht  verhüteten  ebenso  wie  Ermüdung,  daß  die  Feinde  ihnen  nachsetzten;  sie  brachten  die
Nacht  auf  dem  Schlachtfeld  zu  und  die  kaiserlichen  Geschütze  blieben  in  ihren  Händen.
Wallenstein  aber  zog  mit  seinen  Scharen  nach  Böhmen,  obwohl  er  früher  beschlossen
hatte,  sein  Lager  in  Böhmen  zu  nehmen.  So  endete  der  Erfolg  unzweideutig  für  den
Sieg  der  Schweden,  obwohl  Wallenstein  die  Schlacht  für  unentschieden  ausgab,  und  der
Kaiser  einen  Sieg  feierte.

Die  Leiche  des  Königs,  die  erst  am  folgenden  Tage  gefunden  wurde,  brachte  man
nach  Weißenfels  und  von  da  nach  Stockholm.  Der  blutige  Koller,  welchen  der  König
in  der  Schlacht  getragen  hatte,  wurde  dem  Kaiser  Ferdinand  nach  Wien  gebracht,  er
soll  bei  dessen  Anblick  Tränen  vergossen  haben,  durch  welche  er  den  gefallenen  Gegner
und  sich  selbst  ehrte.

Die  Ceilnqahme  Frankreichs  am  Krieg  und  dessen  Ende  1033—  1018.

Eine  Reihe  von  Männern,  unter  ihnen  namentlich  Herzog  Bernhard  von  Weimar,
setzten  in  Deutschland  das  Werk  Gustav  Adolfs  fort.  Allein  diese  Generale  trennten  sich,
da  sie  sich  über  einen  Oberbefehlshaber  nicht  einigen  konnten.  Daher  sind  auch  nicht
mehr  solche  Geschehnisse  zu  verzeichnen  wie  bis  zum  Tode  des  Schwedenkönigs.

Ebner,  Illustrierte  Geschichte  Domschlands.  19