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O  vom  großen  Kurfürsten  bis  —
zu  Friedrich  dem  Sroßen
1040  -  1740.  ·

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Das  Smporkommen  Hreußens.

M#  mehr  trennte  sich  Oesterreich  von  deutschem  Leben,  immer  mehr  erstarrte
das  deutsche  Reich  in  schwerfälligen,  ausgelebten  Formen  und  blieb  so  hinter  der
neuen  fortschreitenden  Entwickelung  des  deutschen  Volksgeistes  zurück.  Umsomehr
erhob  sich  aber  auch  die  Triebkraft  des  deutschen  Lebens  mit  jugendlicher  Frische
im  Nordosten  des  deutschen  Reiches.  Aus  den  Marken  des  einst  so  gewaltigen  Sachsenvolkes,
  wie  aus  den  Kolonieen  der  gesamten  norddeutschen  Stämme  war  hier  unter  der
ruhmvollen  Herrschaft  der  Askanier  früh  ein  festgeschlossener  Staat  —  Brandenburg  —
erwachsen,  der  halbzerrüttet  allerdings,  1455  an  die  Hohenzollern  kam  und  von  diesen
mit  Energie  und  unermüdlichem  Eifer  wieder  neu  gegründet,  befestigt  und  ausgebaut
wurde.  Eine  Zeit  lang  gab  es  ja  wohl  auch  hier  Stillstand  und  sogar  Rückschritt.  Seit
Johann  Cicero  zeigten  die  Kurfürsten  lange  Zeit  nicht  mehr  die  kühne  Größe,  welche  den
ersten  hohenzollerischen  Brandenburgern,  einem  Friedrich  I.  und  II.,  sowie  einem  Albrecht
Achilles  eigen  gewesen  war.  Seit  der  Reformation  saßen  auch  in  dem  ehemaligen  Ordensland
  Preußen  Hohenzollern  auf  dem  Herzogstuhle,  mit  ihnen  verschwägerte  sich  die  stammverwandte
  kurfürstliche  Familie  aufs  engste,  und  erwarb  so  auch  noch  Erbansprüche  auf
rheinische  Gebiete,  auf  die  klevischen  Länder.  Beide  Gebiete,  Kleve  1614,  Preußen  1618
fielen  nach  dem  Tode  des  letzten  Herzogs  Albrecht  Friedrich  an  das  brandenburgische
Haus,  gerade  als  hier  ein  Kurfürst  herrschte  (Johann  Sigismund  1608—1619)  der  sich
durch  seinen  Uebertritt  zur  reformierten  Kirche  entschieden  an  die  Habsburg  entgegenwirkenden
  Mächte  Holland,  Frankreich,  England  anschloß,  und  dadurch  auf  freiere
Bahnen  gelenkt,  selbständigere  Entschlüsse  fassen  mußte,  während  sich  länger  als  ein  Jahrhundert
  seine  Vorfahren  zu  sehr  von  Rücksichten  auf  den  Kaiser  hatten  leiten  lassen.

Als  Georg  Wilhelm  (1619—1640)  seinem  Vater  folgte,  hatte  der  brandenburgische
Staat  bereits  eine  Ausdehnung,  die  ihm  erlaubt  hätte,  in  dem  großen  Krieg  eine  mächtige
Rolle  zu  spielen.  Aber  der  Kurfürst,  gelähmt  durch  die  weite  Entlegenheit  und  völlige
Verschiedenartigkeit  seiner  Länder,  durch  das  Mißtrauen  seiner  lutherischen  Brandenburger