322  Friedrich  d.  Gr.  und  seine  Zeit.

tausende  von  Soldaten  und  Einwohnern  das  Leben  verloren  hatten,  und  die  Stadt  einem
großen  Krankenhause  glich,  entschloß  sich  der  französische  Marschall  Bellisle,  zu  dem
Aeußersten.  Er  nahm  den  Kern  der  noch  übrigen  Besatzung  etwa  14  000  Mann  zusammen,
  verließ  in  der  Nacht  vom  17.  Dezember  1742  die  Stadt  und  zog  sich  in  bitterer
Winterkälte  durch  Gebirge  und  unwegsame,  vom  Schnee  verschüttete  Schluchten  nach
Eger,  wo  er  nach  11  Tagen  mit  einem  Verluste  von  4000  Mann  ankam.  Georg  II.  als
Kurfürst  von  Hannover  trat  dann  selbst  an  die  Spitze  einer  Armee  in  Deutschland  zu
Gunsten  der  Maria  Theresia  auf.  Zur  See  wurden  die  französischen  Schiffe  genommen

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Ansprache  Friedrichs  d.  Gr.  an  seiue  Generäle  vor  der  Schlacht  bei  Leuthen.

und  die  französischen  Kolonien  erobert.  Georg  schlug  die  Franzosen  in  der  Schlacht  bei
Dettingen  im  Juni  1743  und  trieb  sie  über  den  Rhein  zurück.  Jetzt  fiel  auch  ganz  Bayern
in  die  Hände  Oesterreichs.  Der  Kaiser  Karl  VII.  mußte  nach  Frankfurt  flüchten,  wo  er
in  sehr  bedrängten  Umständen  lebte.

Dieses  unerwartete  Glück  Oesterreichs  machte  Friedrich  besorgt  für  sein  kaum  errungenes
  Schlesien.  Er  verband  sich  daher  mit  Karl  VII.  und  mit  Frankreich,  und  so
begann

Der  zweite  schlellsche  Krieg  1744  —  1735.

Friedrich  rüstete  sich  schnell  zum  erneuten  Kampf,  und  erschien  im  Jahre  1744  mit
10  000  Mann  im  Felde,  rückte  in  Böhmen  ein  und  eroberte  Prag.  Aber  der  Prinz  von