326  Friedrich  d.  Gr.  und  seine  Feit.

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Pirna  und  der  Festung  Königstein  gezogen  und  ein  verschanztes  Lager  angelegt,  welches
mit  Gewalt  nicht  zu  erobern  war.  Während  Friedrich  dasselbe  einschloß,  zog  der
kaiserliche  Feldmarschall  Brown  über  die  Eger  gegen  die  von  den  Preußen  besetzte  Stellung
in  den  Gebirgen,  welche  Sachsen  und  Böhmen  von  einander  trennen.  Mit  einem  kleinen
Teil  seines  Heeres  zog  ihm  der  König  entgegen.  Am  10.  Oktober  1756  trafen  die  Heere
bei  dem  kleinen  Städtchen  Lobositz  zusammen.  Schon  war  es  hoch  am  Mittag,  die
Tapferkeit  der  Preußen  konnte  der  Standhaftigkeit  der  Oesterreicher  nichts  abgewinnen;
durch  das  sechsstündige  heftige  Feuer  hatte  sich  der  linke  preußische  Flügel  verschossen,
die  Soldaten  verlangten  Patronen  und  waren  ungeduldig,  daß  sie  fehlten.  Mit  dem
Bajonett  in  der  Hand  warfen  die  Preußen  wie  ein  reißender  Strom  alles  nieder,  und
Lobositz  wurde  im  Sturm  genommen.  Brown  führte  sein  Heer  wieder  über  die  Eger
nach  Böhmen.  Unterdessen  war  im  Lager  in
Pirna  die  größte  Not  eingerissen.  Die  Sachsen
hofften  auf  Rettung  durch  Brown;  statt  jener
erschienen  die  Preußen.  Alle  Versuche  nach
Böhmen  sich  durchzuschlagen,  scheiterten,  sowohl
durch  Wind  und  Wetter  und  furchtbaren  Regen,
als  durch  die  Wachsamkeit  der  Preußen.  Endlich,
  nachdem  die  Sachsen  drei  Tage  lang  nichts
gegessen  und  nicht  geschlafen  hatten,  legten  die
14  000  Mann  die  noch  übrig  waren,  die  Waffen
nieder  und  ergaben  sich  als  Gefangene.  Die
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-  qsz  1.—  J—  Gemeinen  aber  gezwungen  in  preußische  Dienste
"  «  zu  treten.

Jetzt  (1757)  erklärte  auch  der  deutsche
ç  3  Reichstag  wegen  Verletzung  des  Landfriedens  den
—A  1  Krieg  gegen  Friedrich.  Dieser  schien  verloren.
—  —  Denn  von  allen  Seiten  rückten  seine  Feinde  mit
überlegenen  Heeren  gegen  ihn  heran.  Oesterreich
bot  alle  Kräfte  seiner  reichen  Länder  auf,  Frankreich
  noch  mehr,  Rußland  setzte  100  000  Mann
in  Bewegung,  Schweden  konnte  nicht  mehr  als  20  000  Mann  aufbieten,  das  Deutsche
Reich  stellte  dem  Kaiser  60  000  Mann.  Aber  Friedrich  entwickelte  nun  eine  Tätigkeit  und
Feldherrngröße,  die  selbst  seine  Feinde,  deren  Unternehmungen  ohne  Uebereinstimmung
und  oft  von  Männern  ohne  alle  Fähigkeiten  geleitet  wurden,  in  Erstaunen  setzten.

Maria  Theresia  hatte  den  Bruder  ihres  Gemahls,  den  von  Friedrich  schon  zweimal
geschlagenen  Prinzen  Karl  von  Lothringen  zum  Oberfeldherrn  ernannt.  Der  erfahrene
Brown  sollte  unter  ihm  dienen.  Das  war  für  den  König  ein  großer  Gewinn.  Karl,
sonst  vorschnell  genug,  zögerte  dieses  Mal,  zog  den  Verteidigungskrieg  vor  und  wollte
erst  viel  Macht  an  sich  ziehen.  So  wünschte  es  Friedrich.  Er  wußte  den  Prinzen  in
dem  Glauben  zu  bestärken,  daß  er  selbst  nur  an  Verteidigung  denke,  und  plötzlich,  als
jener  sicher  war,  brachen  die  preußischen  Heere  in  vier  Zügen  über  die  Grenze  nach
Böhmen  hinein,  nahmen  alle  Vorräte  der  Kaiserlichen  weg,  und  vereinigten  sich  zur
festgesetzten  Stunde  am  Morgen  des  6.  Mai  in  der  Nähe  von  Prag.  Der  Prinz  von

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Grenadier  Friedrich  des  Großen.