328  Friedrich  d.  Gr.  und  seine  Zeit.

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eines  sächsischen  Reiterregiments,  der  die  Reihen  der  Preußen  dünner  werden  und  sich
lösen  sah,  den  Zettel  auf.  Die  Oesterreicher  erneuerten  ihren  Angriff,  und  Friedrich,
wenn  er  nicht  alles  verloren  geben  wollte,  mußte  den  Rückzug  befehlen.  Daun,  sehr
zufrieden,  den  ersten  Sieg  über  die  Preußen  erfochten  zu  haben,  störte  ihn  nicht.  Er
hatte  den  Preußen  einen  Verlust  von  14000  Mann  an  Toten,  Verwundeten  und
Gefangenen  und  von  45  Geschützen  zugefügt.

Die  für  Preußen  unglückliche  Schlacht  bei  Kollin  wirkte  auf  Oesterreichs  Bundesgenossen
  und  ihre  bisherige  Untätigkeit.  Die  Russen  drangen  in  das  Königreich  Preußen
ein,  die  Schweden  betrieben  ihre
74  Rüstungen  ernstlicher,  über  den
6  «  Rhein  setzten  zwei  französische
Heere,  um  Hessen  und  Hannover
und  dann  Preußen  anzugreifen.
Das  eine  wendete  sich  nach
Thüringen,  um  sich  mit  dem
deutschen  Reichsheer  zu  vereinigen;
  der  Marschall  d'Etrers
aber,  der  das  französische  Hauptheer
  anführte,  schlug  den  Herzog
von  Cumberland  mit  seinem
englisch=  deutschen  Heere  bei
Hastenbeck  an  der  Weser  in
Hannover,  der  darauf  eine  Convention
  zu  Kloster  Zeven  schloß,
in  der  er  sein  Heer  aufzulösen
versprach,  und  den  Franzosen
Hannover,  Hessen,  Braunschweig
  und  das  ganze  Land
zwischen  Weser  und  Rhein  einräumte.
  Der  Herzog  von
Richelien  der  dem  Marschall
im  Oberbefehl  folgte,  sog  diese
Länder  durch  unerhörte  Erpressungen
  aus.  In  Pommern
breiteten  sich  die  Schweden  aus,  und  trieben  Brandschatzungen  ein.  In  Preußen  war
der  russische  General  Apraxin  mit  100  000  Mann  eingerückt  und  ihm  stand  der  Feldmarschall
  Lewald  mit  nur  24.000  entgegen.  Zwar  lieferte  dieser  den  Russen,  um  ihrem
Vordringen  ein  Ziel  zu  setzen,  bei  Großjägerndorf  ein  Treffen,  konnte  aber  gegen  ihre
überlegene  Macht  nichts  ausrichten.  Aber  unvermutet  zog  sich  das  russische  Heer  zurück.
Der  russische  Kanzler  hatte  bei  einer  gefährlichen  Krankheit  der  Kaiserin  Elisabeth  das
Auge  schon  auf  ihren  Nachfolger,  den  Großfürsten  Peter  richtend,  der  ein  Freund
Frankreichs  war,  den  Befehl  hierzu  gegeben.  Lewald  wandte  sich  nun  gegen  die  Schweden,
die  schnell  nach  Stralsund  und  Rügen  zurückwichen.

Der  König  selbst,  nachdem  er  in  der  Lausitz  vergeblich  auf  die  Gelegenheit  zu  einer
Schlacht  mit  den  Oesterreichern  gewartet  hatte,  brach  im  August  nach  der  Saale  auf,

General  von  Seydlitz.