Der  siebenjährige  Krieg.  337

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die  Zahl  der  Feinde  dagegen  schien  selbst  nach  den  Verlusten  zu  wachsen.  Friedrich
mußte  sich  jetzt  zum  Verteidigungskriege  entschließen.  Er  selbst  wollte  in  diesem  Feldzug
Sachsen  decken,  sein  Bruder  Heinrich  sollte  die  Mark  gegen  die  Russen,  der  General
Fouquet  Schlesien  gegen  Laudon  beschützen.  Aber  dieser,  der  ein  den  Preußen  wohl  drei—
mal  überlegenes  Heer  hatte,  konnte  die  Preußen  in  Untätigkeit  erhalten,  während  eine
seiner  Abteilungen  die  wichtige  Festung  Glatz  belagerte.  Darum  verließ  Fonquet  seine
Stellung  in  den  schlesischen  Gebirgen  und  da  nun  Städte  und  Dörfer  von  den  österreichischen
  Streisscharen  arg  verwüstet  wurden,  so  befahl  ihm  Friedrich  seine  Stellung  in
den  Bergen  bei  Landshut  wieder  einzunehmen.  Fouquet,  ein  tapferer  entschlossener
Soldat,  sah  die  Gefahr  in  welche  er  ging  und  beschloß  mit  Mut  sein  Schicksal  zu  be-Der

  König  überall.

stehen.  Als  er  am  23.  Juli  früh  um  2  Uhr  mit  seinen  8000  Mann  durch  30000  Oesterreicher
  von  allen  Seiten  angegriffen  wurde,  hielt  er  acht  Stunden  lang  den  Kampf  aus.
Endlich  stürzte  er  selbst  unter  sein  verwundetes  Pferd  und  wäre  von  den  Reitern,  die
ihn  schon  mit  Wunden  bedeckt  hatten.  getötet  worden,  hätte  sich  nicht  sein  Reitknecht  über
ihn  geworfen,  und  mit  seinem  Leibe  die  Hiebe  aufgesangen.  Ein  feindlicher  Oberst  erkannte
  und  rettete  ihn.  Die  preußische  Reiterei  hatte  sich  durchgeschlagen,  aber  das  Fußvolk
  wurde  bis  auf  4000  Gefangene  niedergehauen.

Schlesien  lag  nun  den  Feinden  offen  da.  Aber  Friedrich,  um  durch  eine  kühne  Tat
den  Eindruck  des  Unglücks  zu  verwischen,  täuschte  den  Feldmarschall  Daun  durch  künstliche
  Märsche,  erschien  plötzlich  vor  Dresden  und  fing  an,  die  Stadt  zu  beschießen.  Es
gelang  ihm  aber  nicht  sie  zu  gewinnen;  er  hob  die  Belagerung  auf  und  eilte  nach
Schlesien.  Hier  hatte  Laudon  die  Festung  Glatz  durch  einen  schnellen  Angriff  und  durch

Ebner,  Illustrierte  Geschichte  Dentschlands.  23