Maria  Cheresia  und  Solsef  II.  341

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Friedrich  konnte  nun  seine  ganze  Kraft  gegen  Oesterreich  wenden  und  zog  gegen
Schweidnitz,  um  dasselbe  dem  Feinde  zu  entreißen.  Zwar  hatte  Katharina  in  der
Meinung,  Friedrich  habe  ihren  Gemahl  bei  seinen  unvorsichtigen  Neuerungen  unterstützt,
Czernitschef  zurückgerufen,  aber  nach  Peters  Tode  fanden  sich  Briefe,  welche  das  Gegen—
teil  bewiesen,  und  sie  hielt  den  Frieden.  Schweidnitz  mußte  sich  nach  langer  tapferer
Gegenwehr  ergeben.  Sachsen  hielt  Prinz  Heinrich  besetzt,  außer  Dresden,  und  machte
manche  glückliche  Streifzüge  in  Böhmen  und  im  Reiche.  Als  ihn  die  Oesterreicher  aus
seiner  festen  Stellung  bei  Freiburg  verdrängen  wollten,  griff  er  sie  am  29.  Oktober  an
und  schlug  sie  gänzlich  in  die  Flucht.  Dieses  war  das  letzte  Treffen  im  siebenjährigen
Krieg.  Auch  der  Herzog  Ferdinand  von  Braunschweig  hatte  Niedersachsen  und  Westfalen
trefflich  behauptet,  obgleich  die  Franzosen  alles  aufboten,  um  diese  Länder  zu  gewinnen.

So  kam  1763  der  Friede  zu  Paris  zwischen  Frankreich  und  England  zustande,  und
zu  gleicher  Zeit  wurde  zu  Hubertusburg,  einem  sächsischen  Jagdschlosse,  zwischen
Preußen,  Oesterreich  und  Sachsen  Friede  geschlossen,  in  dem  Friedrich  die  Abtretung
Schlesiens  von  neuem  bestätigt  erhielt,  und  das  was  er  in  Sachsen  erobert  hatte,
zurückgab.

In  sechzehn  Schlachten  hatten  in  diesem  Kriege  die  Preußen  gefochten,  125  Millionen
Reichstaler  betrugen  die  Kriegkosten  Friedrichs.

Ilorio  Tkerelsto  1740  —  1780  und  Josef  II.  von  Oesterreick  1730  —  1790.

Maria  Theresia  führte  die  Regierung  Oesterreichs  auch  dann  weiter,  als  nach  dem
Tode  Franz  l.  sein  jüngerer  Sohn  Josef  II.,  der  schon  seit  1764  römischer  König  war,
zu  Frankfurt  unter  den  herkömmlichen  Feierlichkeiten  zum  Kaiser  (1765—1790)  gekrönt
wurde.  Auf  Josefs  Gemüt  wirkte  das  Beispiel  Friedrichs  d.  Gr.,  seines  ehemaligen
Feindes,  mehr,  als  auf  dasjenige  irgend  eines  Fürsten  dieses  Jahrhunderts.  Mit  Feuereifer
  widmete  er  sich  als  Kaiser  den  verschiedenartigsten  Reformen;  er  versuchte  zunächst
an  der  Verbesserung  der  höchsten  Reichsgerichte  seine  Kraft,  mußte  aber  freilich  bald
erkennen,  daß  die  kaiserliche  Macht  nicht  stark  genug  war,  gegen  die  verrotteten  Zustände
im  Reiche  durchzudringen.

So  wandte  er  denn  seine  Bestrebungen  der  Erweiterung  der  österreichischen  Hausmacht
  zu.  Um  einen  Ersatz  für  Schlesien  zu  erhalten,  suchte  er  einen  Teil  von  Bayern
zu  gewinnen.  Mit  dem  Kurfürsten  Maximilian  Josef  erlosch  1777  die  bayrische  Kurlinie,
der  nun  die  pfalz-sulzbachsche  mit  Karl  Theodor  dem  Landesherrn  von  Pfalz,  Jülich  und
Berg  folgte.  Karl  Theodor  ließ  sich  auch  leicht  bestimmen,  zu  Gunsten  von  Josef  auf
fast  ganz  Niederbayern  sowie  auf  Teile  von  Oberbayern  und  der  Oberpfalz  zu  verzichten,
und  Josef,  in  der  Hoffnung,  vielleicht  ganz  Bayern  zu  gewinnen,  besetzte  sofort  das  Land.
Dagegen  trat  nun  freilich  Friedrich  auf.  Oesterreich  durfte  nicht  mächtig  werden,  und
er  bestimmte  darum  den  künftigen  Erben  Karl  Theodors,  Karl  von  Pfalz-Zweibrücken,
gegen  diesen  Verkauf  zu  protestieren,  indem  er  ihm  den  Schutz  seiner  Rechte  zusagte.
Darüber  kam  es  nun  in  den  Jahren  1778—1779  zum  bayrischen  Erbfolgekrieg,  der
aber  ohne  größere  Kämpfe  durch  die  Vermittlung  Maria  Theresias  am  13.  Mai  1779  im