Friedtich  d.  Gr.  nach  dem  siebenjährigen  Krieg.

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den  größten  Anteil,  das  Gebiet  östlich  von  der  Düna  und  dem  Dujepr,  Oesterreich  das
fruchtbare  Galizien  und  Lodomerien,  Preußen  das  Bistum  Ermland,  Westpreußen  und
den  Netzedistrikt,  mit  Ausnahme  der  Städte  Danzig  und  Thorn,  36  000  qm,  gerade  halb
soviel  als  Oesterreich  mit  etwa  600  000  ihrer  Abkunft  nach  meist  deutschen  Bewohnern.

Das  Land,  das  Friedrich  zufiel,  war  öde  und  verkommen,  Friedrich  ließ  den  Bromberger
  Kanal  von  der  Brahe  zur  Netze  ziehen,  und  so  Weichsel=  und  Odergebiet  mit  einander
  verbinden.  So  hob  sich  der  Verkehr  schnell.  Im  ausländischen  Verkehr  huldigte
Friedrich  freilich  noch  den  Grundsätzen  seines  Vaters.  Durch  hohe  Steuern  auf  ausländische
  Produkte  sollte  die  inländische
Fabrikation  gehoben  werden.  Zum  alten
Salzmonopol  kam  das  Tabaks=  und  Kaffemonopol.


Großes  tat  Friedrich  für  das  Reichswesen
  und  noch  kurz  vor  seinem  Tode  ließ
er  sich  den  Entwurf  zu  einem  allgemeinen
Landrecht  vorlegen,  dessen  Ausführung  er
freilich  nicht  mehr  erlebte.  So  wirkte
Friedrich  nach  allen  Seiten  hin.  Nun  gewöhnte
  sich  das  Volk  leider  daran,  alles
fertig  von  oben  her  vom  Könige  zu  bekommen,
  und  seine  Selbsttätigkeit  war  zu
wenig  geweckt.  Im  Kriege  war  allerdings
eine  Reihe  ausgezeichneter  Generäle,  die  gewohnt
  waren,  auch  einmal  selbständig  zu
handeln,  neben  dem  großen  Könige  erwachsen;
  aber  fast  alle  starben  schon  vor
Friedrich  dahin.  Von  den  Staatsgeschäften
wurde  selbst  der  Thronfolger,  der  „Prinz
von  Preußen"“  ferngehalten,  nur  Hertzberg,
der  Unterhändler  beim  Hubertusburger  »O  -
Frieden,  war  hier  der  Vertraute  Friedrichs:  Denkmal  Friedrich  des  Großen  in  Verlin.
doch  war  auch  er  kein  Staatsmann  ersten
Ranges.  So  ruhte  Preußens  Größe  vorläufig  nur  auf  zwei  Augen,  denen  des  Königs;
der  Staat  konnte  leicht  eine  geistlose  Maschine  werden,  wenn  sein  unermüdlich  für  des
Volkes  Wohl  schlagendes  Herz  stillstand.

Am  17.  August  1786  schied  Friedrich,  den  die  Geschichte  mit  Recht  den  Großen
nennt,  aus  dem  Leben.  „Meine  letzten  Wünsche“,  so  lautet  der  Schluß  seines  Testaments
„in  dem  Augenblick,  wo  ich  den  letzten  Hauch  von  mir  gebe,  werden  für  die  Glückseligkeit
meines  Reichs  sein.  Möge  es  stets  mit  Gerechtigkeit,  Weisheit  und  Nachdruck  regiert
werden,  möge  es,  durch  die  Milde  seiner  Gesetze  der  glücklichste,  möge  es  in  Rücksicht  auf
die  Finanzen  der  am  besten  verwaltete,  möge  es  durch  ein  Heer,  das  nur  nach  Ehre
und  Ruhm  strebt,  der  am  tapfersten  verteidigte  Staat  sein.  So  möge  es  in  höchster
Blüte  bis  an  das  Ende  der  Tage  fortdauern.“