Deutschland  bis  zum  Frieden  von  Tüneville.  357

Preußen  keine  Ansprüche  auf  Entschädigung  erheben  könne.  Damit  war  für  eine  entschiedene
  preußische  Politik  der  Weg  deutlich  genug  gezeichnet.  Nachdem  der  Kaiser
Belgien,  Mainz  und  die  Mosellande  an  Frankreich  abgetreten,  war  Preußens  niederrheinischer
  Besitz  unhaltbar,  und  Preußen  mußte  sich  nun  der  Aur'gabe  unterziehen,  die:
Macht  Oesterreichs  in  Deutschland  durch  die  Vernichtung  seines  geistlichen  Anhangs  zu
brechen,  um  das  Reich  in  einen  Fürstenbund  unter  Preußens  Führung  zu  verwandeln.
Der  preußische  Gesandte  in  Rastatt,  Dohm,  war  es,  der  seinem  König  riet,  die  Sakula-——

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Nach  Photographie  aus  dem  Verlag  von  Fr.  Hanfstängl  in  München.

risation  in  solch  großem  Maßstab  zu  betreiben,  allein  Friedrich  Wilhelm  konnte  sich  zu
einem  solchen  Gedanken  nicht  entschließen,  und  Oesterreich  seinerseits  hielt  sein  Mißtrauen
gegen  Preußen  auch  jetzt  noch  aufrecht.  So  sah  sich  denn  dieses  im  Bunde  mit  Bayern
bald  an  der  Spitze  eines  anti-österreichischen  Bündnisses,  allein  es  sollte  sich  bald  zeigen,
wie  wenig  machtvoll  Preußens  Stellung  geworden  war.  Das  Königreich  war  nun  das
erste  unter  den  beutelustigen  Fürstentümern,  deren  Vertreter  sich  auf  dem  Rastatter
Kongreß  zusammengefsunden  hatten;  nicht  einmal  den  Vorschlag  zu  einer  durchgreifenden
Neuordnung  der  deutschen  Verfassung  wagte  es  zu  machen,  und  Bonaparte  seinerseits
konnte  nur  mit  Befriedigung  auf  diese  traurigen  Verhältnisse  blicken.