Der  dritte  Koalitionskrieg.

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In  Mainz  hielt  er  einen  glänzenden  Hoftag  ab.  Von  allen  Seiten  strömten  die
Fürsten  herbei,  um  dem  neuen  Weltherrscher  zu  huldigen.  Kaiser  Franz  hatte  sich  mit
dem  Titel  eines  Kaisers  von  Oesterreich  begnügt,  um  für  das  Haus  Habsburg  zu  retten,
was  noch  zu  retten  war;  alles  huldigte  dem  Nachfolger  Karls  d.  G.,  man  besprach  schon
die  Pläne  für  einen  zweiten  rheinischen  Bund  und  nur  am  Hofe  in  Petersburg  herrschte
eine  kriegerische  Stimmung.  Seit  dem  Tode  des  Herzogs  von  Enghien  hatte
Alexander  von  Rußland  ganz  mit  Frankreich  gebrochen,  und  suchte  in  Wien  und  London
Verbindungen  anzuknüpfen,  die  seinen  Plan  einer  allgemeinen  Völkerbefreiung  unterstützen
  sollten.  Nach  langem  Zaudern  gab  Oesterreich  nach  und  schloß  im  Dezember  1804
ein  Verteidigungsbündnis  mit  Rußland,  für  den  Fall,  daß  Napoleon  in  Italien  noch
weiter  um  sich  greifen  sollte.  Napoleon  selbst  gab  den  Plan  einer  Landung  in  England
noch  immer  nicht  auf,  in  Deutschland  sah  man  die  Notwendigkeit  ein,  das  etwaige
Gelingen  dieses  Planes  abzuwarten,  und  sich  in  aller  Stille  zu  dem  Festlandskrieg  zu
rüsten;  Berlin  und  Wien  schien  nun  die  Möglichkeit  einer  Aussöhnung  geboten,  Wien
glaubte  eine  Verständigung  mit  Preußen,  wo  seit  1797  Friedrich  Wilhelm  III.  herrschte,
herbeiführen  zu  müssen,  allein  in  Berlin  hielt  man  noch  immer  an  der  Ansicht  fest,  daß
die  Verhältnisse  sich  würden  auf  friedlichem  Wege  ordnen  lassen,  und  man  konnte  sich
dort  noch  nicht  zu  einer  bestimmten  Zusage  an  die  beiden  Kaiserhöfe  entschließen.  Im
April  1805  wurde  ein  geheimes  Bündnis  zwischen  England,  Rußland  und  Oesterreich
geschlossen,  ein  allgemeiner  Kongreß  sollte  eine  neue  Länderverteilung  vornehmen,  ja
man  dachte  sogar  daran,  den  Korsen,  der  sich  indessen  die  italienische  Königskrone
aufs  Haupt  gesetzt  hatte,  zu  stürzen.  Allein  es  war  unbesonnen,  gerade  jetzt,  wo  Napoleon
mit  seinen  Plänen  zur  Landung  in  England  beschäftigt  war,  seine  Aufmerksamkeit  von
dort  abzulenken.  Der  Kaiser  erwog  angesichts  der  Schwierigkeiten,  die  sich  diesem  Plane
entgegenstellten,  schon  die  Frage,  ob  es  nicht  geratener  sei,  denselben  ganz  aufzugeben,
und  nichts  konnte  ihm  in  solcher  Lage  willkommener  sein,  als  die  Nachricht  von  den
Rüstungen  der  Koalition.  Unbemerkt  marschierten  seine  Truppen  von  Bologna  nach  dem
Rhein,  überall  wurde  der  Kriegsschauplatz  von  französischen  Spionen  ausgekundschaftet,
und  zugleich  dem  Feldzug  durch  allerlei  diplomatische  Aktionen  der  Weg  frei  gemacht.
Vom  Reiche  selbst  hatte  Napoleon  keinen  Widerstand  zu  erwarten;  die  süddeutschen
Mittelstaaten  wurden  durch  den  Köder  ihrer  Selbständigkeit,  den  ihnen  der  Kaiser  immer
wieder  vorhielt,  veranlaßt,  demselben  Heerfolge  zu  leisten,  und  auch  Preußen  dachte
Napoleon  durch  einen  plumpen  Betrug  zu  gewinnen.  Er  ließ  in  Berlin  den  Erwerb
von  Hannover  anbieten,  wenn  dagegen  Preußen  das  rechtsrheinische  Cleve  mit  Wesel
abtrete,  und  an  dem  Krieg  gegen  die  Koalition  teilnehme.  In  unbegreiflichem  Leichtsinn
ging  Hardenberg  auf  diesen  schmachvollen  Vorschlag  ein,  und  riet  dringend  zum  Anschluß
an  Frankreich;  allein  Friedrich  Wilhelm  wies  den  Antrag  entschieden  zurück,  während
dagegen  Bayern  am  24.  August  ein  geheimes  Schutz=  und  Trutzbündnis  mit  Frankreich
schloß,  und  Baden  und  Württemberg  veranlaßte,  bald  auch  das  Gleiche  zu  tun.  In
einer  schwungvollen  Proklamation  feuerte  Napoleon  seine  Soldaten  zum  Kampfe  an,  als
er  sich  nach  Straßburg  begab,  um  von  dort  aus  den  Feldzug  zu  beginnen.  Von  dort
aus  ließ  er  den  Befehl  zum  Ueberschreiten  des  Rheines  ergehen,  sieben  Heeresabteilungen,
200  000  Mann,  setzten  an  verschiedenen  Stellen  über  den  Strom,  und  nahmen  ihren
Marsch  nach  dem  oberen  Donaugebiet,  während  Bernadotte  nach  den  fränkischen  Landen
am  Main  vorrückte,  um  sich  mit  der  dort  stehenden  bayrischen  Hilfsarmee  zu  vereinigen.