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Deutschland  bis  zum  Wiener  Hongreß.  4

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Ruhe  seine  Geldrollen  setzend,  am  grünen  Tische  ebenso  kühn  und  glücklich  wie  im  Kriege.
Ganz  unbegreiflich  blieb  den  an  die  Roheit  der  Konskribierten  gewöhnten  Franzosen  der
Charakter  des  preußischen  Volksheeres.  Sie  schüttelten  den  Kopf,  wenn  die  preußischen
Freiwilligen,  fast  so  eifrig  wie  ihr  Kronprinz,  zu  den  Kunstschätzen  des  Louvre  wallfahrteten.
  Kein  Murillo  und  kein  Nafael  zog  diese  tentonische  Jugend  so  unwiderstehlich
an  wie  Memlings  Weltgericht,  mit  der  fürchterlich  ernsten  Gestalt  des  richtenden  Erzengels,
  —  jenes  „Danziger  Bild“,  das  Napoleon  aus  der  Marienkirche  geraubt  hatte;
hier  standen  die  jungen  Deutschen  immer  dicht  gedrängt,  als  ob  sie  sich  mitten  in  der
welschen  Herrlichkeit  ihres  heimischen  Wesens  recht  bewußt  werden  wollten.  Für  das
stille  Gefühl  der  Beschämung,  das  sie  doch  nicht  los  werden  konnten,  rächten  sich  die
Pariser  nach  ihrer  Weise  durch  Kouplets  und  Karrikaturen.

Der  Zar  war  die  gefeiertste  Persönlichkeit  in  ganz  Paris.  Steins  Einfluß  sank
von  Tag  zu  Tag  mehr  und  Alexander  gebärdete  sich  wie  ein  Mann,  von  dem  das  Wohl
und  Wehe  von  ganz  Europa  abhänge.  Ebenso  suchte  nun  das  englische  Kabinet  die
Freundschaft  der  Franzosen  zu  gewinnen,  und  Oesterreich  steuerte  offenbar  in  derselben
Richtung.  Preußen  stand  mit  seinem  Verlangen,  den  Sieg  nach  allen  Seiten  hin  rücksichtslos
  auszunutzen,  bald  ganz  vereinzgelt  da,  und  die  Veränderung  der  Verhältnisse
zeigte  sich  auch  alsbald  deutlich  bei  den  Verhandlungen  mit  Napoleon.  Am  25.  März
hatte  Coulaincourt  an  Metternich  geschrieben,  daß  er  Vollmacht  habe,  den  Frieden  zu
unterzeichnen.  Allein  derselbe  traf  zu  spät  ein.  Sofort  nach  ihrem  Einzug  hatten  die
Verbündeten  erklärt,  daß  sie  nicht  mehr  mit  Napoleon  unterhandeln  werden,  und  der
Senat  war  aufgefordert  worden,  eine  vorläufige  Verwaltung  einzusetzen.  Diese  Verwaltung
  nun  sprach  sofort  die  Absetzung  des  Imperators  aus.

Napoleon  hatte  nicht  den  Mut  gefunden,  nun  da  er  vor  seinem  Untergang  siand,
seinem  Leben  ein  Ziel  zu  setzen.  Am  11.  April  unterzeichnete  er  seine  Abdankung.
Hardenberg  hatte  geraten  ihn  in  ein  fernes  Exil  zu  verweisen;  das  preußische  Kabinet
hatte  St.  Helena  als  den  besten  Verbannungsort  vorgeschlagen.  Kaiser  Franz  wollte
seinen  Schwiegersohn  nicht  gänzlich  ins  Verderben  stürzen  und  Alexander  war  gesonnen,
hier  nun  einmal  seinen  ganzen  Edelmut  zu  zeigen.  So  faßte  man  denn  den  mehr  als
törichten  Entschluß,  den  Gewaltigen  auf  die  Insel  Elba  zu  verbannen.  Würde  und
Rechte  eines  souveränen  Fürsten  ließ  man  ihm.

Mit  dem  Einzug  des  fremden  Heeres  in  Paris  erreichten  denn  auch  die  Bourbonen
das  Ziel  ihrer  langjährigen  Wünsche,  die  Rückkehr  in  die  Heimat.  Alexander  hatte  gehofft,
  durch  einen  Beschluß  der  französischen  Nation  die  Bourbonen  wieder  zurückrufen
zu  können,  allein  der  Prätendent  dachte  in  Gemeinschaft  mit  seinem  Bruder  Artois  anders,
Ludwig  konnte  es  dem  Zaren  nicht  vergessen,  daß  dieser  ihn  aus  Mitau  ausgewiesen
hatte,  und  trug  absichtlich  seine  Vorliebe  zu  England,  dem  Nebenbuhler  Rußlands,  zur
Schau;  hier  ward  ihm  wohl  bei  dem  hart  reaktionären  Prinzregenten  und  seinen  Hochtorys,
  die  von  dem  göttlichen  Rechte  des  französischen  Königtums  so  fest  überzeugt  waren.
Mit  der  Versicherung,  daß  er  die  Wiederherstellung  seines  Hauses  nächst  Gott  diesem
großen  Reiche  verdanke,  verließ  er  England  an  Bord  einer  britischen  Flotte,  trat  in
Frankreich  sofort  als  der  rechtmäßige  König  auf,  verkündete  noch  unterwegs,  trotz  der
persönlichen  Abmahnungen  des  Zaren,  seinen  Entschluß,  den  getreuen  Unterthanen  kraft
seines  königlichen  Rechts  eine  Charte  zu  schenken,  und  langte  am  3.  Mai  in  Paris  an.
Wie  er  so  in  seine  Hauptstadt  einfuhr,  der  dicke,  gichtbrüchige  Greis,  auf  dem  Rücksitze