454  Gärungen  und  Klärnngen  in  Deutschland.

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Niederlage  erlitt.  Acht  Tage  später  wurden  die  „Düppeler  Schanzen“  von  den  bayrischen
und  sächsischen  Truppen  erstürmt,  und  am  23.  April  rückten  die  Schleswig-Holsteiner  in
Jütland  ein  und  warfen  die  Dänen  bis  hinter  Fridericia  zurück.  Alle  diese  Siege  hatten
aber  keinen  anderen  Erfolg,  als  den  Abschluß  eines  neuen  Wafsfenstillstandes  zwischen
Preußen  und  Dänemark,  nach  welchem  sämtliche  deutsche  Truppen  den  Kriegsschauplatz
räumten.  Dieser  Waffenstillstand,  der  die  Elbherzogtümer  den  Dänen  überließ,  wurde
am  12.  Juli  1850  zu  einem  Frieden  verwandelt.  Wohl  setzten  die  Schleswig-Holsteiner
unter  General  Willisen  den  Kampf  fort,  allein  sie  unterlagen  am  25.  Juli  1850  in  der
blutigen  Schlacht  bei  Idstedt  der  Ueberlegenheit  der  dänischen  Artillerie.

Währenddem  hatten  die  Großmächte  bereits  durch  das  Londoner  Protokoll  vom
4.  Juli  1850,  welches  dem  König  von  Dänemark  den  ungeschmälerten  Besitz  der  ganzen
dänischen  Monarchie  verbürgte,  über  das  Schicksal  der  Elbherzogtümer  entschieden.  Nachdem
im  Januar  1851  die  provisorische  Regierung  und  die  Schleswig-Holsteinische  Landesversammlung
  durch  Kommissäre  des  Deutschen  Bundes  aufgelöst  worden  war,  waren  die  Herzogtümer
  völlig  der  dänischen  Willkür  preisgegeben,  die  sich  namentlich  in  einer  systematischen
Verfolgung  der  deutschen  Sprache  kundgab.  Im  Mai  l849  traten  die  meisten  Regierungen
einem  zwischen  Hannover,  Preußen  und  Sachsen  vereinbarten  Verfassungsentwurf,  dem
sogenannten  Drei-Königsbündnis  bei,  nach  welchem  die  Oberleitung  des  deutschen
Bundesstaates  dem  König  von  Preußen  zusiel,  und  die  Reichsverfassung  durch  eine  Reichsversammlung
  in  Ersurt  geleitet  werden  sollte.  Gegen  eine  solche  Union  aber  protestierte
Oesterreich,  Bayern  und  Württemberg,  indem  sie  die  Wiederherstellung  des  Bundes  mit
einer  verbesserten  Verfassung  in  Vorschlag  brachten.  Es  wurde  dann  auch  in  der  Tat,
nachdem  Hannover  und  Sachsen  von  der  Union  zurückgetreten  waren,  und  sich  gleich  den
drei  hessischen  Ländern,  Luxemburg  und  verschiedenen  anderen  Staaten  der  süddeutschen
Gruppe  angeschlossen  hatten,  am  2.  September  1850  zu  Frankfurt  die  alte  Bundesversammlung
  wieder  eröffnet,  wogegen  indessen  die  Unionsfürsten  Protest  erhoben.

Zwischen  den  beiden  Hauptmächten  steigerte  sich  die  bestehende  Spannung  durch
die  in  Kurhessen  durch  die  Zurückberufung  des  früheren  mißliebigen  Ministers  Hassenpflug
ausgebrochenen  Unruhen,  welche  den  Kurfürsten  zwangen,  die  Intervention  des  Bundes
anzurufen.  Ein  bayrisch-österreichisches  Heer  rückte  in  Kurhessen  ein,  und  Preußen  ließ
gleichfalls,  unter  Protest  gegen  das  Vorgehen  des  Bundes,  einen  Teil  des  Landes  besetzen,
wurde  aber  durch  die  drohende  Haltung  Rußlands  bald  zum  Nachgeben  bewogen.  In
einer  Ministerkonferenz  zu  Olmütz  am  29.  November  1850  kam  eine  Einigung  zwischen
Preußen  und  Oesterreich  zustande,  und  auf  einer  zweiten  Ministerkonferenz  in  Dresden
wurde  durch  Beschluß  sämtlicher  deutschen  Staaten  die  Wiederherstellung  der  früheren
deutschen  Bundesverfassung  beschlossen.  Sie  erfolgte  am  30.  Mai  1851.

Die  neue  Hero  in  Deutschland.  König  Wilhelm  I.  von  Dreußen.

König  Friedrich  Wilhelm  IV.  war  im  Oktober  1857  an  einem  unheilbaren  Gehirnleiden
  erkrankt.  Am  7.  Oktober  1858  übernahm  sein  Bruder  Wilhelm,  Prinz  von
Preußen,  als  Regent  die  Regierung.  Am  22.  März  1797  war  er,  an  dessen  Namen
sich  später  so  große  Taten  knüpften,  geboren,  er  hatte  noch  den  Glanz  des  alten  Preußens