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bewilligte.  Noch  vor  Ablauf  dieses  Jahres  starb  Friedrich  Wilhelm  IV.  am  2.  Januar
1861,  und  nun  begann  die  Regierung  König  Wilhelms  1.  Sein  bestimmter  Wille  aber
war  es,  die  geplante  Heeresorganisation  durchzuführen.  Allein  auch  jetzt  zeigte  sich  das
Abgeordnetenhaus  diesen  Plänen  durchaus  abgeneigt.  Es  wurde  infolgedessen  zwar
aufgelöst,  allein  die  Neuwahlen  ergaben  nur  einen  Zuwachs  der  fortschrittlichen  Abgeordneten
  und  so  entstand,  da  die  Regierung  sich  nicht  in  der  Lage  sah,  nachzugeben,  der  sogenannte
  Verfassungskonflikt  der  von  Jahr  zu  Jahr  schärfere  Formen  annahm.
In  dieser  mißlichen  Lage  berief
König  Wilhelm  den  bisherigen  Gesandten
  in  Paris  Otto  von  Bismarck
  (geboren  am  1.  April  1815)
an  die  Spitze  des  Ministeriums,  dem
als  Nachfolger  des  Fürsten  von
Hohenzollern  seit  1862  Fürst  Hohenlohe
  vorgestanden  hatte.  Bismarck
hatte  als  Bundestagsgesandter  in
Frankfurt  die  Machenschaften  Oesterreichs
  gegen  Preußen  zur  Genüge
kennen  gelernt,  und  war  fest  entschlossen,
  dieses  seiner  unwürdigen
Stellung  zu  entziehen.  Als  Gesandter
  in  Petersburg  und  Paris
hatte  er  noch  tieferen  Einblick  in  die
große  Politik  gewonnen.  In  Paris
hatte  man  seine  Gaben  geschätzt,  in
Wien  hatte  man  ihn  gefürchtet,  und
nun  empfing  man  ihn  daheim  in
—  Berlin  mit  solchem  Mißtrauen,  daß
—  die  Verbitterung  gegen  die  Regierung
General  Herwarth  von  Vittenfeld.  in  den  Jahren  1862  bis  1864  nur
immer  mehr  wuchs.  Oesterreich  berief
  zum  Zweck  einer  Bundesreform  einen  deutschen  Fürstentag  nach  Frankfurt  a.  M.
und  als  infolge  der  ablehnenden  Haltung  König  Wilhelms  dieser  ohne  nennenswerten
Erfolg  blieb,  konnte  Oesterreich  mit  einigem  Schein  von  Recht  die  Schuld  daran  Preußen
zuschreiben,  daß  eine  Besserung  der  deutschen  Zustände  nicht  fertig  gebracht  worden  sei.
Unablässig  reizte  es  deshalb  die  Mittelstaaten  gegen  Preußen.  Ein  feindlicher  Zusammenstoß
  schien  nahe,  als  ein  äußeres  Ereignis  noch  einmal  unerwartet  ein  Zusammengehen
  beider  Mächte  herbeiführte.

Der  schleswig-holftelnische  Krieg  1864#.

Am  15.  November  1863  war  König  Friedrich  VII.  von  Dänemark  gestorben,  und
nach  dem  Londoner  Protokoll  von  1852  folgte  ihm  Prinz  Christian  von  Glücksburg  als
König  Christian  IX.  Obgleich  er  die  ernstesten  Verwicklungen  voraussah,  mußte  er  ange-