Der  Krieg  von  1866.  465

er  weiche  nur  der  Gewalt,  verließ  er  das  Land,  und  der  Erbprinz  von  Augustenburg
folgte  seinem  Beispiel.

Oesterreich  hatte  indessen  auch  in  Frankfurt  feierlichen  Protest  eingelegt  und  ver—
langte  zwei  Tage  später  die  Mobilmachung  aller  nichtpreußischen  Bundesarmeekorps,
da  Preußen  durch  seinen  Ein—
marsch  in  Holstein  die  Bundes—
akte  verletzt  habe.  Der  öster—
reichische  Antrag  wurde  denn
auch  von  der  Mehrheit  in  der
Hauptsache  angenommen.  Da—
rauf  hin  erklärte  der  preußische
Gesandte:

„Nachdem  das  Vertrauen
Preußens  aufden  Schutz,  welchen
der  Bund  jedem  seiner  Mit—  V,  q
glieder  verbürgt  hat,  durch  den  -·-Umstandtieferscljüttertwordcn
  Nim-*-“o
war,  daß  das  mächtigste  Glied
des  Bundes  seit  drei  Monaten  im
Widerspruch  mit  den  Bundesgrundgesetzen
  zum  Behufe  der
Selbsthilse  gegen  Preußen  gerüstet
  hat,  die  Berufungen  der
königlichen  Regierung  aber  an
die  Wirksamkeit  des  Bundes  —.  —
und  seiner  Mitglieder  zum  Schutze  J  «  13##
Preußens  gegen  willkürlichen  sp·  !m“°
Angriff  Oesterreichs  nur  Rüstungen
  anderer  Bundesglieder
ohne  Aufklärung  über  den  Zweck
derselben  zur  Folge  gehabt
haben,  mußte  die  königliche  Regierung
  die  äußere  und  innere
Sicherheit,  welche  nach  Artikel
  2  der  Bundesakte  Hauptzweck
  des  Bundes  ist,  bereiitsm—i..!
als  in  hohem  Grade  gefährdet  General  von  Mauteunffel.
erkennen.  Diese  ihre  Auffassung
soll  der  vertragswidrige  Antrag  Oesterreichs  und  die  eingehende,  ohne  Zweifel  auf  Verabredung
  beruhende  Aufnahme  desselben  durch  einen  Teil  ihrer  bisherigen  Bundesgenossen
nur  noch  bestätigen  und  erhöhen  können.

„Durch  die  nach  dem  Bundesrecht  unmögliche  Kriegserklärung  gegen  ein  Bundesglied,
  welche  durch  den  Antrag  Oesterreichs  und  das  Votum  derjenigen  Regierungen,
welche  ihm  beigetreten  sind,  bedingt  ist,  sieht  das  königliche  Kabinett  den  Bundesbruch
als  vollzogen  an.

Ebner,  Illuftrierte  Geschichte  Denutschlands.  -

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