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YDeutschland  in  den  Jahren  1866  1870.

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los,  indem  er  zugleich  dem  Beyerschen  Korps  anbefahl,  flußabwärts  nach  Münden  zu
marschieren.  Dadurch  war  der  hannoverischen  Armee  unter  General  von  Arentsschild
die  Möglichkeit  geboten,  noch  bei  Eisenach  durchzubrechen;  sie  überschritt  am  21.  die
Grenze  und  marschierte  auf  Gotha  und  Eisenach  vor.  Den  günstigen  Augenblick,  den
sie  am  24.  hatte,  die  schwachen  Truppenteile,  die  ihr  gegenüberstanden,  auf  die  Seite
zu  schieben,  versiumte  sie,  lehnte  die  von  Moltke  geforderte  Kapitulation  ab,  um  dagegen
nur  die  Neutralisierung  der  Armee  für  längere  Zeit  anzubieten,  wenn  man  ihr  freien
Durchmarsch  nach  Süddeutschland  gewähren  wolle.  Zugleich  aber  ging  nach  Langensalza
die  Aufforderung,  zum  Angriff  zu  schreiten.  Allein  es  sollte  am  26.  nicht  zu  einem
wirklichen  Angriff  kommen,  und  erst  am  27.  kam  es  zur  Schlacht  bei  Langensalza.
Um  den  Abzug  der  Hannoveraner  in  östlicher  Richtung  zu  verhindern,  wollte  General
Flies  mit  etwa  9000  Mann  sich  ihnen  an  die  Ferse  heften  und  rückte  am  Morgen  des
27.  von  Gotha  nach  Langensalza  vor.  Arentsschild,  welcher  die  Stärke  Preußens  im
Anfang  überschätzte,  gab  seinen  Plan,  Langensalza  zu  besetzen,  auf,  und  nahm  nordöstlich
von  der  Stadt  eine  Defensiostellung  ein.  Die  Preußen  besetzten  ohne  irgend  ein  Hindernis
Langensalza,  allein  alle  Versuche  gegen  den  doppelt  so  starken  Feind  und  seine  Artillerie,
die  Brücke  von  Maxleben  zu  stürmen,  waren  vergeblich,  Arentsschild  ging  nach  vierstündigem
  Kampfe  zum  Angriff  über,  und  Flies  mußte  sich  hinter  Langensalza  zurückziehen;
  um  4  Uhr  war  aller  Boden,  den  die  Preußen  gewonnen  gehabt  hatten,  wieder
verloren.  Allein  die  Hannoveraner  wußten  den  Sieg  nicht  auszunützen,  am  nächsten
Morgen  war  Gotha  von  so  vielen  Truppen  besetzt,  daß  von  einem  Durchbruch  nicht
mehr  die  Rede  sein  konnte,  und  Manteuffel  war  zudem  über  Mühlhausen  weit  genug
herangekommen,  um  an  einem  neuen  Kampf  teilnehmen  zu  können.  König  Georg  mußte,
kaum  noch  für  einen  Tag  mit  Lebensmittel  versehen,  seine  Einwilligung  zu  einer
Kapitulation  geben,  und  am  29.  kam  ein  Vertrag  zu  stande.  König  und  Kronprinz
durften  außerhalb  des  Königreichs  ihren  Aufenthalt  frei  wählen;  ihr  Privatvermögen
blieb  ihnen,  den  Offizieren  wurden  gegen  das  Versprechen,  nicht  gegen  Preußen  zu
kämpfen,  ihre  Waffen  gelassen,  das  ganze  Kriegsmaterial  mit  Fahnen  und  Standarten
ging  in  den  Besitz  von  Preußen  über.  Nachdem  so  Hannover  schon  nach  vierzehn  Tagen
besiegt  war,  konnte  auch  Kurhessens  Lage  keine  viel  bessere  sein;  das  ganze  übrige  Norddeutschland
  war  dem  preußischen  Bündnis  beigetreten,  ein  Gesandter  nach  dem  andern
stellte  in  Frankfurt  seine  Tätigkeit  ein.  Zugleich  war  das  Königreich  Sachsen  ebenfalls
schon  in  den  Händen  der  Preußen,  während  die  österreichische  Armee,  in  manchen
Kämpfen  zurückgeschlagen,  ohne  jede  Siegeszuversicht  war.

Mitte  Juni  stand  die  preußische  Hauptmacht  an  der  Grenze  von  Torgau  bis  Neiße
in  drei  großen  Heeren.  Auf  dem  Zentrum  bei  Görlitz  standen  Pommern,  Brandenburger
und  Thüringer  unter  Prinz  Friedrich  Karl;  bei  Torgau  stand  Herwarth  von  Bittenfeld
mit  Rheinländern  und  Westfalen;  der  Kronprinz,  der  bei  Neiße  seinen  Standpunkt  hatte,
lefehligte  150  000  Mann  Preußen,  Posener  und  Schlesier.  Außerdem  standen  unter
General  von  Mülbe  bei  Berlin  noch  von  Reservetruppen  etwa  25  000  Mann.  Es  waren
im  ganzen  etwa  260  000  Mann  mit  800  Geschützen.  Ihnen  gegenüber  standen  etwa
22  000  Sachsen  unter  Kronprinz  Albert  und  sieben  österreichische  Armeekorps  von  230
bis  250  0:0  Mann  unter  Benedek.

Sobald  man  Klarheit  über  die  politische  Stellung  Sachsens  hatte,  mußte  sich  auch
die  Front  des  preußischen  Heeres  verkürzen.  Die  Diplomatie  hatte  die  Aufgabe,  die