Der  deutsch-franzäsische  Krieg.  491

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man  erfuhr,  daß  Bismarck  vom  König  nach  Ems  berufen  worden  sei,  und  am  Abend
des  12.  Juli  in  Berlin  eintreffe.

Am  12.  Juli  verkündete  der  Telegraph:  Prinz  Leopold  von  Hohenzollern  hat  der
Kandidatur  für  den  spanischen  Thron  entsagt,  um  der  spanischen  Regierung  die  Freiheit
der  Initiative  zurückzugeben.  Er  ist  fest  entschlossen,  eine  untergeordnete  Familienfrage
nicht  zum  Vorwand  für  den  Krieg  heranreifen  zu  lassen.  Die  Pariser  Nachricht  lautete:
„Der  spanische  Botschafter  Olozaga  hat  heute  mittag  dem  Herzog  von  Gramont  amtlich
mitgeteilt,  daß  der  Prinz  von  Hohenzollern  auf  seine  Kandidatur  verzichte.“  Nun  mußte
doch  wohl  jeder  Vorwand  für  einen  Krieg  beseitigt  erscheinen:  noch  am  13.  Juli  stellte
Moltke  Urlaubsgenehmigungen  für  höhere  Generalstabsoffiziere  aus.  Allein  dem  Kaiser

Kaiser  Wilhelm  am  Grabe  seiner  Eltern  vor  seinem  Auszuge  1870.

Napoleon  und  seinen  Räten  konnte  diese  Wendung  der  Dinge  nicht  willkommen  sein.
Sie  hatten  auf  Preußens  Hartnäckigkeit  gerechnet,  Benedetti  erhielt  jedenfalls  sofort  neue
Befehle,  die  Sache  bis  aufs  ußerste  zu  treiben.  „Wenden  Sie  ihre  ganze  Kunst  an,
um  festzustellen,  daß  der  Verzicht  des  Prinzen  Ihnen  durch  den  König  von  Preußen  oder
seine  Regierung  angekündigt,  mitgeteilt  oder  übermittelt  worden  ist.  Das  ist  von  der
größten  Wichtigkeit  für  uns.  Die  Beteiligung  des  Königs  muß  um  jeden  Preis  von
ihm  eingestanden  werden,  oder  aus  den  Tatsachen  genügend  hervorleuchten.“  Bismarck
indessen  und  seine  Gesandten  verstanden  es,  die  französischen  Anmaßungen  gebührend
zurückzuweisen.  Indessen  war  aber  auch  an  den  König  selbst  die  Aufgabe  herangetreten,
die  Gelüste  Napoleons  persönlich  zurückzuweisen.  In  der  Nacht  vom  12.  auf  den  13.  Juli
hatte  der  französische  Botschafter  in  Ems  weitere  Verhaltungsmaßregeln  erhalten,  und