Der  deulsch-fraufössche  Arieg.  507

als  200  000  Mann  französischer  Soldaten  vereinigt  waren  und  alles  aufboten,  um  die
Stadt  zu  halten.  Man  faßte  im  französischen  Kriegslager  den  Plan,  von  Metz  nach
Verdun  abzumarschieren,  und  sich  mit  Mac-Mahon  in  Chalons  zu  vereinigen.  Nur  so
viel  Mannschaft,  als  nötig  war,  um  die  Festungen  zu  verteidigen,  sollte  zurückbleiben,
und  in  den  buschlosen  Ebenen  der  Champagne  sollte  denn  auch  die  Entscheidungsschlacht
geliefert  werden.  Die  Verbindung  der  beiden  Armeen  aber  zu  verhindern,  das  war  der
Zweck  der  Kämpfe  um  Metz,  ein  Zweck,  der  namentlich  durch  die  geniale  Strategie
Moltkes  vollständig  erreicht  wurde.  Der  beabsichtigte  Abzug  Bazaines  aus  Metz

Scene  aus  der  Schlacht  bei  Wörth,  nach  der  Skizze  eines  Augenzeugen.

mußte  möglichst  lange  verzögert  werden.  So  machten  denn  zwei  Abteilungen  des
Steinmetzschen  Heerkörpers  auf  der  rechten  Seite  der  Mosel  einen  Angriff  auf  die  zum
Abmarsch  sich  anschickenden  seindlichen  Divisionen  und  zwangen  sie  zu  den  Gefechten  von
Colombey  und  Borny,  wo  man  auf  beiden  Seiten  mit  gleicher  Hartnäckigkeit  und
Tapferkeit  kämpfte.  Der  Erfolg  dieses  Treffens  war  freilich  vorerst  nur  der,  daß  sich
die  Preußen  auf  dem  Schlachtfeld  festsetzten,  und  sich  von  Osten  her  den  Festungswerken
näherten.  Bazaine  freilich  mit  seinem  Rückzug  auf  der  Straße  von  Verdun,  welcher  um
zwei  Tage  verzögert  wurde,  war  nicht  dazu  angetan,  die  patriotische  Stimmung  in  Paris
und  in  Frankreich  zu  Gunsten  der  französischen  Heerleitung  zu  bestimmen.  Bazaine
hatte  nach  militärischen  Berechnungen  einen  großen  Fehler  begangen,  entweder  mußte  er