510  Denischland  in  den  Jahren  1870—1871.

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viele  von  ihnen  starben  den  Heldentod.  Ueber  das  mit  Blut  getränkte  Feld,  über  Leichen
und  Kameraden  hinweg  stürmten  die  Garden  immer  weiter  vorwärts  in  den  dichten  Kugelregen
  hinein,  von  dem  Wunsche  beseelt,  schnell  an  den  Feind  zu  kommen,  und  am  Ende
zu  siegen  oder  zu  sterben.“  Und  der  Sieg  entschied  sich  am  Ende  doch  für  die  Deutschen.
Bazaine  benützte  die  Nacht,  um  seine  Truppen  hinter  Metz  zurückzuführen.  Mehr  als
40000  Tote  und  Verwundete  hatte  dieser  Kampf  gekostet,  die  Waffenbrüderschaft  zwischen
den  Deutschen  wurde  auch  hier  wiederum  mit  ihrem  Blute  besiegelt,  „sie  taten  Wunder
der  Tapferkeit  gegen  einen  gleich  braven  Feind,“  meldete  der  König  nach  Berlin.

Gott  leitet  unsere  Fahnen  von  Sieg  zu  Sieg,  meldete  der  Staatsanzeiger.  Seine
Hand  richtet  unser  Volk  auf  und  stärkt  es  in  der  schweren  blutigen  Zeit.

Drei  Schlachten  sind  in  der  kurzen  Spanne  Zeit,  vom  14.  zum  18.  August,  um
Metz  geschlagen.  Die  Palme  von  Mars-la-Tour  am  16.  fiel  dem  brandenburgischen
Armeekorps  zu.  Aber  an  dem  entscheidenden  Tage  vor  Metz,  am  18.  August,  führte
der  königliche  Feldherr  seine  Preußen  fast  aus  allen  Landesteilen,  dazu  unsere  norddeutschen
  Bundesgenossen,  zu  großem  glorreichen  Sieg.

Die  französische  Hauptmacht  mit  ihren  Kerntruppen,  die  Garden  mit  ihren  stolzen
Erirnerungen  sind  unter  ihren  bewährtesten  Generälen  in  fester  Stellung  aufs  Haupt
geschlagen  worden,  angesichts  des  großen  Waffenplatzes,  der  ihren  Stützpunkt  bildete,  und
unerschöpfliche  Hilfsquellen  an  Kriegsmaterial  zu  bieten  schien.

Legen  wir  den  wohlverdienten  Lorbeer  und  reiche  Siegespalmen  auf  die  erblaßten
Heldensöhne  und  Heldenbrüder,  welche  für  König  und  Vaterland  siegten  und  starben,
und  um  welche  ihre  Waffenbrüder  und  das  ganze  deutsche  Volk  in  Trauer  stehen.

Es  sind  Gottes  Gerichte,  die  sie  mit  ihrem  edlen  Blut  besiegeln;  Gottes  Gerichte
gegen  ein  Volk,  das  in  Ueberhebung  und  Verblendung  ausharrt,  und  von  dessen  sittlicher
Verkommenheit  der  Lügengeist  Zeugnis  gibt,  welcher  jetzt  die  wildesten  Leidenschaften  aufrust
  und  entfesselt.

Widerwärtig  sind  die  Szenen  in  der  Hauptstadt  Frankreichs  während  der  nahenden
Katastrophe  in  den  oberen  und  unteren  Volksschichten.  Ein  hohler  Pathos  appelliert
vergeblich  an  den  Patriotismus.  Er  hat  mit  der  Erschütterung  der  sittlichen  Grundlagen
im  öffentlichen  Leben  Frankreichs  dort  seinen  edelsten  Gehalt  verloren.

Der  Fanatismus  der  Parteien  und  der  angefachte  Rassenhaß  vermögen  den
Patriotismus  nicht  zu  ersetzen.  Völkerrechtswidrige  Handlungen  gegen  friedliche,  deutsche
Einwohner,  Untaten,  welche  durch  Entfesselung  der  Leidenschaften  in  der  Kriegführung
hervorgerusen  werden,  sind  deren  Folgen,  und  brandmarken  Frankreich  in  den  Augen
aller  Kulturvölker.

Wenden  wir  dagegen  das  Auge  auf  das  eigene  Vaterland  und  seine  Söhne,  wie
wohltuend  und  erhebend  ist  dann  der  Blick.  Deutsche  Männer  und  deutsche  Jünglinge
gehen  freudig  und  mit  Siegeszuversicht  in  den  Opfertod.  Nicht  einer  wich  vor  dem
Feinde,  nicht  einer  von  der  schönen,  sittlichen  Manneszucht,  deren  Symbol  die  preußischen
Fahnen  stets  waren,  und  die  jeden  unserer  deutschen  Krieger  erfüllt.

Unser  Volk  daheim  aber  läßt  die  Banner  und  Fahnen  nach  den  Siegen  wehen  mit
stolzer  Freude,  aber  zugleich  mit  Ernst  und  Würde  und  mit  stummem  Schmerz.

Wenn  seine  Edelsten  fallen,  hat  es  einen  zuversichtlichen  Trost.  Vergebens  wird
dieser  heilige  Kampf  nicht  wieder  gekämpft  werden,  wie  von  unseren  Vätern  gegen  ein