Der  deutsch-französische  Krieg.  5

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Plan  auf  und  kehrte  nach  Paris  zurück,  wo  indessen  alle  waffentüchtige  Mannschaft  von
Frankreich  einberufen  worden  war,  so  daß  sich  die  ganze  Besatzung  von  Paris  auf  etwa
400  000  Mann  belief.  Es  stand  ein  großer  Kampf  bevor.  Schon  waren  die  Armeen
unter  den  Kronprinzen  von  Sachsen  und  Preußen  auf  dem  Marsch  nach  Paris,  der
König  nahm  mit  dem  Generalstab  sein  Hauptquartier  in  Meaux.  Welche  Erbitterung
bei  den  Franzosen  herrschte,  das  bewies  der  Vorgang  von  Laon,  wo  nach  der  Uebergabe
an  die  Deutschen  das  Pulvermagazin  in  die  Luft  flog,  und  gegen  hundert  deutsche  Soldaten
und  Offiziere  tötete.

Als  nun  die  deutschen  Truppen  allmählich  Paris  einschlossen,  erreichte  die  Erbitterung
  dort  ihren  höchsten  Grad.  Die  Armee  des  Kronprinzen  von  Sachsen
stellte  sich  am  rechten  User  der  Seine
auf,  während  die  Armee  des  Kronprinzen
  von  Preußen  das  linke  Ufer
besetzte.  Beide  Armeen  sollten  sich  auf
der  Halbinsel  von  Argenteuil  vereinigen.
In  diesem  Halbkreis  nun  waren  die
einzelnen,  im  ganzen  etwa  250  000
Mann  starken  Korps,  in  der  Weise
verteilt,  daß  die  Preußen  namentlich
den  Norden  und  den  Westen  inne  hatten,
während  im  Süden  die  Bayern,  Sachsen
und  Württemberger  gemeinschaftlich  die
Festungslinie  beobachteten.  Für  Paris
war  die  Hoffnung  auf  Entsatz  bis  auf
ein  Minimum  entschwunden.  Gleichzeitig
  mit  Paris  standen  auch  Straßburg
  und  Metz  im  Belagerungszustand,  #  —
man  wußte  aber  doch,  daß  Paris  unter  »,«
Louis  Philipp  und  unter  dem  zweiten  ·"«««

Kaisertum  zu  einer  Festung  ersten  Ranges  Kronprinz  Albert  von  Sachsen.
umgeschaffen,  und  daß  alles  getan

worden  war,  um  die  Befestigung  der  Hauptstadt  zu  sichern.  Allein  trotz  all  dieser
Befestigungen  hatten  sich  die  Deutschen  doch  bald  das  Terrain  erobert;  man  suchte
namentlich  auch  Paris  zu  isolieren  und  die  Zufuhr  abzuschneiden,  so  daß  die  Pariser
Bevölkerung,  auf  sich  selbst  beschränkt,  keinen  anderen  Ausweg,  als  den  der  Kapitulation
hatte.  Ein  Sturm  auf  Paris  schien  ein  zu  gewagtes  Unternehmen,  dagegen  suchte  man
durch  allerlei  Blockaden  die  Cernierungslinie  undurchdringlich  zu  machen,  und  aus  allem
ging  hervor,  daß  man  entschlossen  war,  den  Krieg  bis  aufs  äußerste  fortzusetzen.  So
begann  an  drei  Hauptstellen  und  mehreren  Nebenplätzen  der  Festungskrieg,  dessen
Strapazen  und  Leiden  große  waren.  „Auf  Vorposten  den  feindlichen  Kugeln  ausgesetzt,
in  den  Laufgräben  und  Schanzwerken  zu  beschwerlichen  Arbeiten  angehalten,  durch
schlimme  Witterung,  durch  Nässe  und  Kälte,  durch  dürftige  Nahrung  und  Kleidung,  durch
mangelhafte  Pflege  und  schlechtes  Obdach  in  ihrer  Gesundheit  angegriffen,  haben  die
deutschen  Soldaten  vor  den  Festungen  unsägliche  Drangsale,  Leiden  und  Mühseligkeiten
ertragen  müssen  und  ertragen;  und  wie  mancher  ist  bei  den  häufigen  Ausfällen,  die  sie