Der  deutsch-franzößische  Krieg.  525

Herr  von  Bismarck  antwortete  mir,  daß,  wenn  er  die  Ueberzeugung  hätte,  daß  ein
folcher  Friede  möglich  wäre,  er  ihn  sofort  unterzeichnen  würde.  Er  erkannte  an,  daß
die  Opposition  den  Krieg  immer  verdammt  habe.  Aber  die  Regierung,  welche  heute
diese  Opposition  repräsentiere,  sei  mehr  als  prekär.  Wenn  in  einigen  Tagen  Paris
nicht  genommen  werde,  so  werde  sie  der  Pöbel  stürzen  .  .  JIch  unterbrach  ihn  lebhaft,
um  ihm  zu  sagen,  daß  es  in  Paris  keinen  Pöbel  gebe,  sondern  eine  intelligente,  ergebene
Bevölkerung,  welche  unsere  Absichten  kenne,  und  die  sich  nicht  zum  Helfershelfer  des

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Graf  Bismarck  begleitet  den  Kaiser  Napoleon  nach  Schloß  Bellevue.  Von  W.  Camphausen.

Feindes  machen  werde,  indem  sie  unserer  Aufgabe  der  Verteidigung  Hindernisse  in  den
Weg  lege.  Was  unsere  Gewalt  anbelange,  so  seien  wir  bereit,  sie  in  die  Hände  der
bereits  von  uns  zusammenberufenen  Versammlung  niederzulegen.

Diese  Versammlung,  erwiderte  der  Graf,  wird  Absichten  haben,  die  nichts  voraussehen
  läßt.  Aber  wenn  sie  dem  französischen  Gefühl  Gehör  schenkt,  so  wird  sie  den
Krieg  wollen.  Sie  werden  ebenso  wenig  die  Kapitulation  von  Sedan  vergessen,  wie
Waterloo  und  Sadowa,  welches  letztere  Sie  nichts  anging.  Er  ließ  sich  dann  über  den
festen  Willen  der  französischen  Nation  aus,  Deutschland  anzugreifen  und  ihm  einen  Teil
seines  Gebietes  zu  entreißen.  Von  Ludwig  Xll.  an  bis  Napoleon  III.  hätten  sich  diese
Tendenzen  nicht  geändert  und  als  der  Krieg  angekündigt  worden,  hätte  der  gesetzgebende