Der  deutsch-französische  Krieg.  551

raschender  Weise  erfüllt  sein,  wie  seither  alle  militärischen  Aufgaben  während  des  Feldzuges
  gelöst  worden  sind.“

Dagegen  verkündigte  die  Pariser  Regierung  die  Ursachen  der  Kapitulation  in
solgender  Proklamation:  „Mitbürger,  wir  wollen  Frankreich  sagen,  in  welcher  Lage  und
nach  welchen  Anstrengungen  Paris  unterlegen  ist.  Die  Einschließung  hat  vom  16.  September
bis  zum  26.  Januar  gedauert.  Während  dieser  ganzen  Zeit  haben  wir,  abgesehen  von
einigen  Degeschen,  von  der  übrigen  Welt  abgesperrt  gelebt.  Die  ganze  männliche  Bevölkerung
  war  in  Waffen,  bei  Tage  zu  den  Uebungen  und  nachts  auf  den  Wällen  und

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Transport  französischer  Soldaten  durch  schweizerisches  Militär.

Vorposten.  Das  Gas  ging  uns  zuerst  aus  und  die  Stadt  war  abends  in  Dunkelheit
gehüllt;  dann  kam  der  Mangel  an  Holz  und  Kohlen.  Seit  dem  Monat  Oktober  mußte
zum  Metzgerfleisch  Pferdefleisch  zur  Speise  hinzugefügt  werden;  vom  15.  Dezember  an
mußten  wir  noch  zu  letzterem  ganz  unsere  Zuflucht  nehmen.  Sechs  Wochen  hindurch
bekamen  die  Pariser  täglich  nur  30  Gramm  Pferdefleisch;  seit  dem  18.  Januar  wurde
das  Brot,  worin  Roggen  nur  noch  den  dritten  Teil  bildete,  zu  300  Gramm  für  den
Tag  angesetzt,  was  auf  einen  gesunden  Menschen  im  ganzen  330  Gramm  Nahrung
ausmachte.  Die  Sterblichkeit,  welche  sonst  1500  betrug,  überstieg  5000  unter  dem  Einflusse
  der  hartnäckigen  Pocken  und  der  Entbehrungen  aller  Art.  Alle  Stände  haben
gelitten,  alle  Familien  hatten  Trauer.  Das  Bombardement  hat  einen  Monat  gedauert