Der  deutsch-französische  Krieg.

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Bedingungen  ergeben,  und  diese  Bedingungen  wurden  erreicht,  als  Hilfe  unmöglich  und
das  Brot  ausgegangen  war.

Endlich  hat  der  abgeschlossene  Waffenstillstand  zur  unmittelbaren  Folge  die  von
seiten  der  Regierung  erlassene  Einberufung  einer  Assemblée,  welche  souverän  über  Krieg
und  Frieden  zu  entscheiden  haben  wird.

Das  Kaisertum  unter  seinen  verschiedenen  Formen  bot  dem  Feinde  die  Anknüpfung
von  Verhandlungen  an.  Die  Assemblée  wird  rechtzeitig  zusammentreten,  um  diese  Umtriebe
  zu  vernichten  und  den  Grundsatz  der  Nationalsouveränität  zu  wahren.  Frankreich
allein  wird  über  Frankreichs  Geschicke  entscheiden.  Eile  war  nötig,  der  Verzug  war  bei
dem  Zustande,  in  welchem  wir  uns  befanden,  die  größte  Gefahr.  In  acht  Tagen  wird
Frankreich  seine  Vertreter  gewählt  haben.  Möge  es  die  ergebensten,  uneigennützigsten,
unbestechlichsten  wählen.

Das  größte  Interesse  für  uns  ist,  wieder  aufzuleben  und  die  blutenden  Wunden
des  Vaterlandes  zu  heilen.  Wir  sind  überzeugt,  daß  dieses  blutbedeckte,  ausgeraubte
Land  wieder  Ernten  und  Menschen  hervorbringen,  daß  der  Wohlstand  nach  so  harten
Prüfungen  wiederkehren  wird,  wenn  wir  unverzüglich  die  wenigen  Tage  recht  benutzen,
die  uns  noch  zur  Erholung  und  Beratung  bleiben.

An  dem  Tage  der  Assemblée  wird  die  Regierung  die  Gewalt  in  deren  Hände  legen.
An  diesem  Tage  wird  Frankreich,  wenn  es  die  Augen  auf  sich  lenkt,  sich  tief  unglücklich
finden;  aber  wenn  es  sich  zugleich  durch  das  Unglück  wieder  gestählt  und  im  vollen  Besitze
  seiner  Energie  und  seiner  Souveränität  findet,  so  wird  es  wieder  Vertrauen  auf
seine  Größe  und  auf  seine  Zukunft  fassen.“

Und  von  Wilhelmshöhe  her  ließ  sich  noch  einmal  Napoleon  vernehmen:  „Franzosen!
Vom  Glücke  verlassen,  habe  ich  seit  meiner  Gefangennahme  jenes  tiefe  Stillschweigen
beobachtet,  welches  die  Trauer  des  Unglücks  ist.  So  lange  sich  die  Armeen  gegenüber
  gestanden,  habe  ich  mich  eines  jeden  Schrittes,  eines  jeden  Wortes  enthalten,
welches  Zwiespalt  hätte  hervorrufen  können.  Heute,  bei  dem  tiefen  Unglück  des  Landes,
kann  ich  mich  nicht  länger  im  Schweigen  halten,  ohne  gefühllos  für  seine  Leiden  zu
erscheinen.

In  jenem  Augenblick,  als  ich  gezwungen  war,  mich  gesangen  zu  geben,  konnte  ich
in  keine  Verhandlungen  über  den  Frieden  eintreten;  da  ich  nicht  frei  war,  so  hätte  es
den  Anschein  gewonnen,  als  seien  meine  Entschließungen  durch  persönliche  Rücksichtsnahmen
diktiert.  Ich  überließ  der  Regierung  der  Regentschaft,  welche  ihren  Sitz  in  Paris  inmitten
der  Kammern  hatte,  die  Pflicht  darüber  zu  entscheiden,  ob  das  Interesse  der  Nation
die  Fortsetzung  des  Kampfes  erheische.

Trotz  unerhörter  Unglücksfälle  war  Frankreich  nicht  besiegt;  unsere  festen  Plätze
standen  noch  aufrecht,  Paris  war  im  Zustande  der  Verteidigung,  einer  weiteren  Ausdehnung
  unserer  Unglücksfälle  konnte  noch  Einhalt  getan  werden.  Aber,  während  alle
Blicke  gegen  den  Feind  gerichtet  waren,  brach  in  Paris  eine  Insurrektion  aus;  die  Volksvertretung
  wurde  vergewaltigt,  die  Kaiserin  bedroht,  eine  Regierung  installierte  sich  durch
Ueberraschung  auf  dem  Stadthause  und  das  Kaiserreich,  welchem  die  gesamte  Nation
soeben  zum  dritten  Male  ihre  Zustimmung  gegeben  hatte,  wurde  durch  diejenigen  gestürzt,
welche  berusen  waren,  es  zu  verteidigen.  Meinen  gerechten  Unmut  unterdrückend,  rief
ich  mir  zu:  „Was  liegt  an  der  Dynastie,  wenn  das  Vaterland  gerettet  werden  kann“,
und  anstatt  gegen  die  Verletzung  des  Rechtes  zu  protestieren,  richtete  ich  meine  heißesten