580

—  —  —  —  —  —–--.  —  ——  ——  —  —

Das  nene  deutsche  Reich.

König  von  Preußen  übergegangen  ist.  Nach  den  mir  zugegangenen  telegraphischen
Nachrichten  darf  ich  annehmen,  daß  Se.  Majestät  der  regierende  Kaiser  und  König
morgen  von  San  Remo  abreisen  und  in  der  gegebenen  Zeit  hier  eintreffen  wird.

Ich  hatte  von  dem  hochseligen  Herrn  in  seinen  letzten  Tagen  der  Betätigung  der
Arbeitskraft  die  ihn  mit  dem  Leben  verlassen  hat,  noch  die  Unterschrift  erhalten,  welche
vor  uns  liegt,  und  welche  mich  ermächtigt,  den  Reichstag  in  der  üblichen  Zeit  nach
Abmachung  seiner  Geschäfte,  d.  h.  also  etwa  heute  oder  morgen  zu  schließen.  Ich  hatte
die  Bitte  an  Se.  Majestät  gerichtet,  nur  den  Anfangsbuchstaben  des  Namens  noch  zu
unterzeichnen.  Se.  Majestät  haben  darauf  erwidert,  daß  Sie  glaubten,  den  vollen  Namen

Sarkophag  Kaiser  Wilhelms  und  Kaiserin  Augusta.

noch  hinschreiben  zu  können.  Infolgedessen  liegt  dieses  historische  Aktenstück  vor  mir.
Unter  den  obwaltenden  Umständen  nahm  ich  an,  daß  es  den  Wünschen  der  Mitglieder
des  Reichstags  ebenso  wie  denen  der  verbündeten  Regierungen  entsprechen  wird,  daß  der
Reichstag  noch  nicht  auseinander  geht,  sondern  zusammen  bleibt  bis  nach  dem  Eintreffen
Sr.  Majestät  des  Kaisers,  und  ich  mache  deshalb  von  dieser  allerhöchsten  Ermächtigung
weiter  keinen  Gebrauch,  als  daß  ich  dieselbe  als  historisches  Dokument  zu  den  Akten  gebe,
und  den  Herrn  Präsidenten  bitte,  die  Entschlüsse,  welche  den  Stimmungen  und  lUeberzeugungen
  des  Reichstags  entsprechen,  in  dieser  Sitzung  herbeizuführen.  Es  steht  mir
nicht  zu,  von  dieser  amtlichen  Stelle  aus  den  persönlichen  Gefühlen  Ausdruck  zu  geben,
mit  welchen  mich  das  Hinscheiden  meines  Herrn  erfüllt.  Diese  Gefühle  bei  dem  Aus-