Das  neue  deutsche  Reich.

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Der  lange  umstrittene  Zolltarif  kam  endlich  am  13.  Dezember  in  einer  bis
morgens  4¾  Uhr  dauernden  Schlußsitzung  seiner  dritten  Lesung  zur  Verabschiedung.
Die  Vorlage  wurde  in  einer  Gesamtabstimmung  mit  202  gegen  100  Stimmen  angenommen.
Die  venezolanischen  Wirren  hatten  am  Anfang  dieses  Jahres  auch  für  Deutschland  diplomatische
  Maßnahmen  erfordert,  der  Tod  des  Papstes  Leo  XIII.  am  21.  Juli,  dem  Kaiser
Wilhelm  in  Begleitung  des  Kronprinzen  kurz  zuvor  noch  einen  Besuch  abgestattet  hatte.
Die  Reise  des  Kronprinzen  zu  Beginn  des  Jahres  1903  an  den  russischen  Hof,  sind  die
bemerkenswertesten  Ereignisse  dieses  Jahres,  und  ihnen  folgte  im  Anfang  des  Jahres
1904  am  8.  März  die  Aufhebung  des  §  2  des  Jesuitengesetzes,  sowie  die  Entstehung  von
Unruhen  in  Deutsch-Südwestafrika,  wo  die  deutschen  Kolonialtruppen  unter  Major
von  Leutwein  und  nach  ihm  unter  dem  General  von  Trotha  scharfe  Kämpfe  gegen
die  Hereros  zu  bestehen  hatten.  Mit  der  Zusammenkunft  Kaiser  Wilhelms  mit  dem
König  Eduard  VII.  während  der  Kieler  Woche  Ende  Juni  sei  geschlossen.

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Andeuten  nur  wollten  wir  die  bedeutendsten  Ereignisse  der  letzten  Monate  und
Jahre.  Sie  gehören  noch  nicht  der  Geschichte  an  und  die  Logik  der  Weltgeschichte  ist
eine  so  strenge  und  gesetzmäßige,  daß  es  vermessen  wäre,  heute  schon  ein  Urteil  über  das
fällen  zu  wollen,  was  uns  die  letzten  Jahre  gebracht  haben.  Aber  einen  Blick  rückwärts
zu  werfen  auf  die  Geschichte  unseres  Volkes  sei  uns  noch  einmal  gestattet,  nur  um  hinzuweisen
  auf  die  Kraft,  die  sich  bei  uns  immer  wieder  da  geltend  macht,  wo  die  Not
und  die  Bedrängnis  am  höchsten  waren.  Das  ist  das  edle  Pflichtgefühl  und  jene  Liebe
zum  Vaterland,  die  über  dem  Kleinen  das  Große  nicht  vergißt,  das  ist  das  Bewußtsein
der  Zusammengehörigkeit,  das  sich  nicht  zerstören  läßt  und  die  deutschen  Völker  immer
wieder  zusammenführt  zu  gemeinsamem  Tun.  Durch  Blut  und  Not  hindurch  ist  unser
deutsches  Vaterland  gegangen;  heute  ist  es  trotz  aller  Wirrnisse  und  Stürme  herrlich  und
groß;  mahnen  will  seine  Geschichte,  kräftigen  und  stärken  will  sie  in  dem  Vertrauen,  daß
das  was  uns  hält  und  festigt,  die  Liebe  zur  deutschen  Heimat,  niemals  vergeht.  Haben
auch  wir  mit  unserem  bescheidenen  Teil  dazu  beigetragen,  dann  ist  es  uns  Lohns  genug:

Gott  schütze  und  erhalte  den  Kaiser  und  das  deutsche  Vaterland.