vI  Vorwort.

Die  ursprünglich  nicht  beabsichtigte  Teilung  der  Arbeit  ist,  da  vier  Augen
mehr  sehen  als  zwei  und  da  beide  Verfasser  ihr  Hauptinteresse  verschiedenen
Seiten  des  Universitätswesen  zugewandt  haben,  nicht  ohne  Vorteile  gewesen.  Es
ist  auch  zweifelhaft,  ob  die  Kräfte  eines  einzigen  Bearbeiters,  der  noch  Berufsgeschäfte
  zu  erfüllen  hatte,  zur  Bewältigung  der  ganzen  Arbeit  ausgereicht  haben
würden.  Aber  die  Übelstände,  die  jede  solche  gemeinsame  Arbeit  zur  Folge  hat,  sind
trotz  des  Bestrebens,  uns  in  die  Hände  zu  arbeiten  auch  nicht  ausgeblieben.  Daß
nicht  selten  dieselbe  Arbeit  zweimal  gemacht  worden  ist,  hat  zwar  viel  Zeit  gekostet
  und  manchen  Ärger  verursscht,  immerhin  aber  der  Sache  selbst  nicht
geschadet,  zum  Teil  sogar  genutzt.  Mehr  zu  bedauern  ist  es,  daß  auch  die  Abgrenzung
  der  beiden  Hauptteile  und  die  formale  Behandlung  der  Titel  und  ihre
Drucklegung  nicht  durchweg  diejenige  volle  Übereinstimmung  und  Folgerichtigkeit
aufweist,  die  sich  bei  der  Arbeit  eines  Verfassers  fast  von  selbst  ergibt.  Sie  war
um  so  schwieriger  zu  erzielen,  als  in  den  letzten  Jahren  ein  verschiedener  Wohnort
den  mündlichen  Verkehr  der  beiden  Verfasser  auf  wenige  kurze  Besuche  einschränkte,.


Zweck  und  Ziel  der  Bibliographie  ist  gewesen,  in  der  für  uns  erreichbaren
Vollständigkeit  alle  bis  Ende  1899  erschienenen,  das  deutsche  Universitätswesen
behandelnden  Druckschriften,  einschließlich  der  Aufsätze  in  Zeitschriften  und  Sammelwerken
  zu  verzeichnen  und  zwar  soweit  irgend  möglich  auf  Grund  der  Bücher
selbst;  ferner  für  jedes  verzeichnete  Buch  mindestens  eine  Bibliothek  nachzuweisen,
in  der  es  vorhanden  ist,  oder  wenn  das  Buch  überhaupt  nicht  aufzufinden  war,
die  Quelle  namhaft  zu  machen,  aus  der  es  uns  bekannt  geworden  ist.

Die  Begrenzung  des  Gebiets  mußte  sehr  weit  gefaßt  werden,  da  nach
ähnlichem  Plan  bearbeitete,  neuere  umfassende  Bibliographien  fast  ganz  fehlen,
auf  die  wir  für  die  Grenzgebiete  hätten  verweisen  können.  Als  die  Arbeit  begonnen
  wurde  und  auch  noch  in  den  nächstfolgenden  Jahren,  schien  Aussicht
vorhanden,  daß  gleichzeitig  noch  andere  Fachbibliographien  (z.  B.  für  Geschichte,
Rechtswissenschaft,  allgemeine  deutsche  Biographie)  in  Shnlicher  Ausführung  unternommen
  werden  würden,  und  diese  Aussicht  hatte  mich  bewogen  in  dem  ursprünglichen
  Plane  manche  Grenzgebiete  auszuschließen;  so  vor  allem  die  als  Hilfsmittel
für  die  Geschichtsschreibung  der  Universitäten  besonders  wichtigen  Biographien,
die  poetischen  Darstellungen  des  Universitätslebens  und  die  Literatur  über  das
Universitätsstudium  der  einzelnen  Wissenschaften,  die  ja  zweifellos  in  jeder  Spezialbibliographie
  des  betreffenden  Fachs  berücksichtigt  werden  muß.

Als  die  anderen  bibliographischen  Pläne  aufgegeben  oder  auf  unbestimmte
Zeit  vertagt  wurden,  entschloß  ich  mich  zur  wenigstens  teilweisen  Aufnahme  auch
dieser  Abschnitte  des  Allgemeinen  Teils,  die  denn  aber  bei  dem  verspäteten  Beginn
der  Sammlung  nicht  den  gleichen  Grad  der  Vollständigkeit  erreicht  haben,  wie
das  übrige,  zumal  bereits  ein  großer  Teil  der  Zeitschriften-Exzerpierung  beendet
war  und  für  diese  Gebiete  allein  unmöglich  noch  einmal  wiederholt  werden  konnte.

Die  Berücksichtigung  der  Biographien  wurde  wegen  des  unermeßlichen  Umfangs,
  den  sie  vollständig  durchgeführt,  angenommen  haben  würde,  auf  die  unmittelbaren
  Quellenwert  besitzenden  Selbstbiographien  beschränkt.  Ganz  besondere
Schwierigkeiten  bot  die  Aussonderung  der  Bücher  und  Aufsätze  über  das  Universitäts-Studium
  aus  der  allgemein  methodologischen  Literatur,  weil  die  Grenzen  zwischen
Methode  des  Unterrichts  und  der  hier  natürlich  auszuschließenden  Methode  der