Vorwert.  vyJ

Forschung  in  den  bezüglichen  Schriften  sehr  fließend  sind.  Auch  die  in  den  ersten
Jahrhunderten  fehlende  feste  Grenze  zwischen  dem  Schulunterricht  und  dem  der
Artistenfakultät  macht  die  Aussonderung  der  älteren  universitätspädagogischen
Literatur  auf  manchen  Gebieten  fast  unmöglich.  Endlich  war  die  nationale  Begrenzung,
  hier,  wie  übrigens  auch  in  einigen  anderen’  Abschnitten  des  I  Teils,
nicht  mit  voller  Strenge  durchführbar.  Jedenfalls  schien  es  geboten,  solche  Werke
ausländischer  Autoren  zu  berücksichtigen,  die,  wie  in  Deutschland  erschienene  Ausgaben
  bewiesen  oder  wie  sonst  nachweisbar  war,  auf  den  deutschen  Universitätsbetrieb
  von  unmittelbarem  Einfluß  gewesen  sind.  Ob  es  bei  dieser  schwierigen
Abgrenzung  zumal  auf  den  mir  ferner  liegenden  Gebieten  überall  gelungen  sein
wird,  ganz  das  richtige  zu  treffen,  ist  mir  selbst  recht  zweifelhaft.  Aber  wegen
der  allerdings  großen  Schwierigkeiten  allein  durfte  ein  für  die  Universitätsgeschichte
zweifellos  wichtiges  Gebiet  nicht  tibergangen  werden.  Mindestens  ebenso  wichtig
für  die  Geschichte  des  Universitätsunterrichts  wie  diese  methodologischen  Schriften
sind  freilich  die  für  den  Gebrauch  beim  Universitäts-Unterricht  bestimmten  Lehrbücher
  selbst,  deren  Aufnahme  aber  ins  Uferlose  geführt  haben  würde  und  daher
unterblieben  ist,

Was  das  Streben  nach  Vollständigkeit  betrifft,  so  erscheint  mir,  wie  beim
Beginn  der  Arbeit  so  noch  heut  nach  ihrer  Beendung  die  vollständige  Aufnahme
aller  Zeitschriftenaufsätze*)  zwar  keineswegs  als  das  Ideal  einer  Bibliographie,  aber
bei  einer  die  Literatur  vieler  Jahrhunderte  umfassenden  Arbeit  wie  der  unsrigen,
doch  als  das  allein  ohne  Willkür  durchführbare  Verfahren.  Eine  Auswahl  derjenigen
  Aufsätze,  die  originales  enthalten  und  eine  Ausscheidung  derer,  die  lediglich
referieren,  wäre  an  sich  vorzuziehen.  Aber  sie  war  für  uns,  und  sie  wird  auch
für  andere  Bearbeiter  so  umfassender  Bibliographien  unmöglich  bleiben,  wenn
unsere  deutschen  Bibliotheksverhältnisse  sich  nicht  wesentlich  ändern.  Denn  sie
setzt  voraus,  daß  man  bei  der  sichtenden  Schlußbearbeitung  nicht  nur  die  Titelabschriften,
  sondern  die  Aufsätze  und  auch  die  darin  benutzten  Bücher  selbst  zur
Vergleichung  zur  Hand  hat.  Bei  der  beklagenswerten  Zersplitterung  des  zu  bearbeitenden
  Bücher-  und  Zeitschriftenmaterials,  das  wir  uns  mühselig  aus  mehr
als  80  Bibliotheken  zusammensuchen  mußten,  vielfach  nur  flüchtig  in  Privatexemplaren
  benutzen,  zum  Teil  gar  nicht  in  natura  erlangen  konnten,  war  eine
solche  kritische  Sichtung  nicht  durchführbar;  wir  mußten  oft  genug  zufrieden
sein,  die  Titel  erlangt  zu  haben  und  sie  an  richtiger  Stelle  einordnen  zu  können.
Auch  bei  der  Bearbeitung  der  selbständigen  Werke  war  diese  Zersplitterung  des
Materials  von  größtem  Nachteile  Um  die  wesentlichen  inhaltlichen  Verschiedenheiten
  der  Auflagen  und  Ausgaben,  das  Verhältnis  verschiedener  Werke  zu  einander
so  festzustellen,  wie  es  für  eine  wissenschaftliche  Bibliographie  erforderlich  ist,
wäre  es  in  sehr  zahlreichen  Fällen  erwünscht  gewesen,  bei  der  Schlußredektion
die  früher  schon  einmal  vereinzelt  bearbeiteten  Bücher  nun  vereinigt  zu  prüfen,
Da  dies  aber  natürlich  der  Kosten  und  des  Zeitaufwandes  wegen  nur  in  wenigen
besonders  wichtigen  Fällen  durchführbar  war,  mußte  auch  hier  nur  zu  oft  auf
Verwirklichung  des  Ideals  einer  bibliographischen  Arbeit  verzichtet  werden.

Der  einzige  wichtigere  Punkt,  in  dem  ich  nach  Vollendung  der  Arbeit  anders

*)  Mit  alleiniger  Ausnahme  gans  ephemerer  Artikel,  zeitungsartiger  Nachrichten
und  Mitteilungen.