Verwert.  xI

des  Zusammenarbeitens  zweier  Verfasser  zu  tilgen  und  die  erwünschte  Einheitlichkeit
  herzustellen.

Möchte  unsere  Hoffnung  berechtigt  sein,  daß  der  innere  Wert  unserer
schwierigen  und  langwierigen  Arbeit,  ihr  Nutzen  als  Vorarbeit  für  eine  gründliche
Geschichtsschreibung  der  deutschen  Universitäten,  der  uns  stets  als  das  Hauptziel
unseres  Strebens  vorgeschwebt  hat,  unter  diesen  kleinen  formalen  Mängeln,  die
niemand  besser  kennt  als  wir,  nicht  wesentlich  gelitten  hat.

Zum  Schluß  sei  es  mir  gestattet,  auf  den  großen,  oft,  aber  bisher  immer  vergeblich
  beklagten  Mangel  unseres  gesamten,  sonst  so  reich  entfalteten  wissenschaftlichen
  Bibliothekswesens  hinzuweisen,  der  sich  mir  während  der  langen  Dauer
dieser  Arbeit  oft  auf  das  empfindlichste  fühlbar  gemacht  hat:  das  Fehlen  Einer
deutschen  Nationalbibliothek,  der  vor  allen  anderen  Aufgaben  das  Ziel  möglichst
vollständiger  Sammlung  aller  literarischen  Denkmäler  deutscher  Geschichte,  Kultur
und  Literatur  gesteckt  ist.

Wenn  Arbeiten,  wie  wir  sie  hier  für  ein  kleines  Gebiet  unternommen  und
bei  der  beklagenswerten  Zersplitterung  des  zu  benutzenden  Büchermaterials  trotz
eines  ungeheuerlichen  Aufwandes  von  Zeit  und  Arbeitskraft  doch  nur  in  unvollkommener
  Weise  durchführen  konnten,  künftig  leicht  und  in  einer  allen  Anforderungen
  genügenden  Weise  ausführbar  werden  sollen,  so  muß  hier  erst  Wandel  geschaffen
  werden.  Der  von  Preußen  begonnene  (Gesamtkatalog  seiner  großen
Bibliotheken  wird,  vorausgesetzt  daß  sich  ihm  später  die  bedeutendsten  außerpreußischen
  deutschen  Bibliotheken  anschließen,  zur  Erleichterung  solcher  und  ähnlicher
  ein  vollständiges  literarisches  Quellenmaterial  voraussetzender  Arbeiten  nicht
unwesentlich  beitragen:  Ersatz  für  eine  möglichst  vollständige  Vereinigung  des  Büchervorrats
  selbst  in  Einer  Bibliothek  wird  er  nicht  bieten.  Den  höchsten  Anforderungen
  werden  solche  Arbeiten  nur  dann  genügen  können,  wenn  sie  das  gesamte
Material  in  natura  an  einer  Stelle  zur  Bearbeitung  und  Vergleichung  dauernd  bereit
finden.  Die  Benutzung  der  vorübergehend  aus  zahlreichen  Bibliotheken  zusammengeliehenen
  Bücher  bietet  dafür  keinen  vollen  Ersatz  und  ist  für  umfangreichere
  Arbeiten  viel  zu  schwerfällig.

Welche  Schwierigkeiten  heut  zu  überwinden  sind,  um  das  Quellenmaterial
für  einzelne  Gebiete  zusammenzubringen,  und  wie  wenig  der  unserer  Arbeit  zu
Grunde  gelegte  Bestand  der  größten  deutschen  Bibliothek  den  für  solche  Arbeiten
zu  stellenden  Anforderungen  genügt,  mögen  folgende  Zahlen  beweisen:

Von  den  Teil  I,  S.  565  f.  verzeichneten  54  Fechtbüchern  waren  in  der  Berliner

Königlichen  Bibliothek  vorhanden:  18;
auf  12  verschiedenen  anderen  Bibliotheken  wurden  aufgefunden:  25;
auf  keiner  deutschen  Bibliothek  wurden  ermittelt:  11.
Von  den  in  TeilI,  S.  728f.  verzeichneten  340  Kommersbüchern  waren  in  der
Berliner  Königlichen  Bibliothek  vorhanden:  73*),
auf  22  verschiedenen  Bibliotheken  wurden  aufgefunden:  111;
nach  Privatexemplaren  wurden  beschrieben:  47;
gar  nicht  aufgefunden  wurden:  109.
Von  den  in  I,  ss  verzeichneten  32  Werken  mit  bildlichen  Darstellungen  des

®)  Inzwischen,  wie  ich  eben  erfahre,  vermehrt  durch  12  Nummern  aus  der  von  mir
noch  als  Besitz  der  Hochschule  für  Musik  bezeichneten  Erkschen  Bibliothek.