a.  Erhebungsresultate  für  die  einzelnen  Städte.  9

richtungen  für  Frühstück  und  Mittag,  in  einer  Stadt  wurde  einmal
Frühstück,  dann  Mittagessen  gewährt,  6  Städte  hatten  zwar  Einrichtungen,
  gaben  aber  nicht  an,  welche  Art  von  Schülerspeisung  eingeführt
  war.  Das  Charckteristische  der  Speisungseinrichtungen  bestand
zur  Zeit  dieser  Erhebung  hinsichtlich  der  Art  der  Speisung  hauptsächlich
darin,  daß  in  fast  60%  der  Organisationen  nur  ein  Frühstück  an
bedürftige  Kinder  verabreicht  wurde.  In  Berücksichtigung  der  Größe
der  Städte  mit  Speisungseinrichtungen  konnte  ermittelt  werden,  daß
von  überhaupt  28  Städten  mit  mehr  als  100000  Einwohnern  20,
d.  i.  71,4  %  ,  Speisungseinrichtungen  besaßen,  während  in  den  nächsten
Größengruppen  von  50—100000,  bezw.  20—50000  Einwohnern  dieser
Prozenthatz  nur  65,5,  bezw.  30  %  betrug.  Hinsichtlich  der  Zahl  der
gespeisten  Kinder  waren  in  den  einzelnen  Städten  große  Unterschiede
vorhanden.  Von  den  die  Volksschule  besuchenden  Kindern  schwankt
der  Prozentsatz  der  gespeisten  Schulkinder  zwischen  ½8  und  25  %  .  Im
Durchschnitte  jedoch  wurden  für  die  Städte  mit  mehr  als  100000  Einwohnern
  rund  3,7  %,  für  die  von  50—100000  Einwohnern  5,2%  und
für  die  zwei  weiteren  Größengruppen  von  25—50000,  bezw.  20  bis
25000  Einwohnern  4,3,  bezw.  3,7%  der  Kinder  gespeist.  Für  Berlin
betrug  die  Zahl  der  gespeisten  Kinder  4—5%  ,  doch  gab  es  damals
Großsiade  wie  Halle  mit  11%  und  Königsberg  sogar  mit  20%  gespeister
  Schulkinder.  Für  die  zweite  Größenklasse  fäntr  der  hohe  Prozentsatz
  der  gespeisten  Kinder  mit  22%  in  Darmstadt  auf.  Allerdings
bekamen  die  Kinder  nur  ein  Frühstück.  Aber  außer  Darmstadt  waren
es  noch  mehrere  andere  Städte,  wie  Mainz,  Metz  und  Mannheim,  die
an  8—14%  der  Kinder  ein  Frühstück  verabreichten.  In  den  Städten
mit  weniger  als  50000  Einwohnern  sind  sehr  große  Schwankungen
vorhanden;  die  Stadt  Wesel  zeichnete  sich  damals  dadurch  aus,  daß
von  ihren  2800  Schulkindern  600—700,  also  21—25%  ,„,  ein  Mittagessen
  erhielten.  Die  Gesamtzahl  der  im  Jahre  1896  in  den  79  Städten
gespeisten  Kinder  betrug  34407.  Diese  Speisungen  verursachten  für
53  Einrichtungen  in  Städten  Gesamtkosten  in  der  Höhe  von  rund
164000  K.  Der  Durchschnittspreis  für  eine  Portion  bei  Verabreichung
des  Mittagsmahles  stellte  sich  auf  14  3,  der  des  Frühstücks  auf  7  3N.
Die  Schülerspeisungseinrichtungen  waren  zum  Teile  von  privaten
Organisationen,  zum  Teile  von  Gemeinden  allein  oder  noch  häufiger
von  privaten  Organisationen  mit  Gemeindeunterstützung  geschaffen.
Die  Kosten  von  12  rein  städtischen  Einrichtungen  betrugen  rund
23500  A;  in  13  Städten  wurden  an  private  Organisationen  Unterstützungen
  in  der  Höhe  von  rund  26000  .K  gewährt.

Die  von  der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt  auf  Wunsch  der
Deutschen  Zentrale  für  Jugendfürsorge  im  Jahre  1908  eingeleitete
Erhebung  über  die  Entwickelung  der  Schülerspeisungseinrichtungen  in
den  12  Jahren  nach  der  Erhebung  von  Cuno  sollte  durch  eine  Ausdehnung
  der  Erhebung  auf  alle  Städte  bis  zu  10000  Einwohnern
einen  vollständigeren  Einblick  gewähren.  Es  war  anzunehmen,  daß
auch  in  den  kleineren  Städten  das  Bedürfnis  nach  diesen  Einrichtungen
sich  geltend  gemacht  haben  dürfte.  Bei  den  mannigfachen  mittlerweile
aufgetauchten  Fragen  mußte  das  Erhebungsformular  eine  wesentliche

(Fortsetzung  des  Textes  S.  34.)