a.  Erhebungsresultate  für  einzelne  Städte.  77

der  im  Horte  verpflegten  Kinder  im  Verhältnisse  zu  der  Zahl  anderswo
gespeister  Kinder  eine  recht  beträchtliche.  Am  interessantesten  jedoch  ist,
daß  es  38  Städte,  darunter  z.  B.  Wiesbaden,  Potsdam  und  viele  andere
gibt,  die  nur  Horte  mit  Speisungseinrichtungen  besitzen  und  aus  prinzipiellen
  Gründen  sich  gegen  die  Errichtung  alleiniger  Speisungseinrichtungen
  ablehnend  verhalten.  Durch  die  Einbeziehung  der  Städte  mit
Horten  ist  daher  die  Zahl  der  Städte  mit  Schülerspeisungseinrichtungen
(201  Städte  nach  der  Summartabelle  auf  Seite  38  ff.)  zu  klein  angegeben,
und  wäre  demnach  die  richtige  Zahl  239,  d.  i.  statt  38%  der  Städte
mit  über  10  000  Einwohnern  richtig  46  %.

II.  Ernährungsverhältnisse  der  Volksschuljugend
im  allgemeinen.

a.  Erhebungsresultate  für  einzelne  Städte.

Die  Erhebung  über  den  Stand  von  Schülerspeisungen  in  den  Städten
war  im  allgemeinen  darauf  gerichtet,  einen  Einblick  in  die  bestehenden
Organisationen  zu  erhalten.  Ob  diese  Einrichtungen  dem  Bedürfnisse

enügten  oder  nicht,  ob  tatsächlich  nur  im  Winter  die  Ernährung  der
Schnkkinder  durch  öffentliche  Einrichtungen  verbessert  werden  sollte  oder
ob  auch  im  Sommer  die  Notwendigkeit  hierzu  vorliegt,  über  alle  diese
Fsragen  gab  diese  Erhebung  keinen  Aufschluß.  Allerdings  zielten  die
iragen  über  die  Ursachen  mangelnder  häuslicher  Speisung  schon  darauf
hin,  Einblick  in  die  häuslichen  Verhältnisse  zu  erhalten;  aber  auch
diese  Fragestellung  gab  nur  für  die  in  den  einzelnen  Städten  gespeisten
Kinder  Aufklärung.  Aus  diesen  Gründen  hielt  es  die  Geschäftsführung
der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt  für  notwendig,  die  Bedürfnisfrage
im  allgemeinen  aufzurollen,  durch  eine  besondere  Fragestellung  die  Ernährungsverhältnisse
  der  Schulkinder  im  allgemeinen  festzustellen,  um
erst  auf  Grund  dieses  Tatsachenmaterials  von  höheren  Gesichtspunkten
aus  die  Ernährungsnot  schulpflichtiger  Kinder  beurteilen  zu  können.  Dieser
Weg  war  kein  neuer,  vermutlich  sind  in  verschiedenen  Städten,  um  die
Bedürfnisfrage  für  eine  Speisungseinrichtung  zu  beantworten,  wiederholt
  Nachforschungen  über  die  Ernährungsverhältnisse  der  Kinder  armer
bedürftiger  Eltern  angestellt  worden.  Nur  selten  jedoch  ist  von  diesen
Ermittelungen  etwas  in  die  Offentlichkeit  gedrungen.  Unseres  Wissens
hat  vor  Jahren  die  Münchener  Schulverwaltung  eine  Erhebung  über
die  Frühstücksverhältnisse  der  Schuljugend  eingeleitet,  um  auf  Grund
dieser  Ergebnisse  einen  Einblick  in  die  Notwendigkeit  eines  Schülerühstücks

  zu  gewinnen.  Die  weitgehendsten  Erhebungen  hat  in
ieser  Hinsicht  Schularzt  Dr.  Bernhard  für  einen  Teil  von  Berlin
durch  Befragung  von  etwa  8500  Kindern  angestellt.  Die  Nachforschungen
wurden  auf  die  einzelnen  Wochentage  im  Sommer  und  Winter  ausgedehnt
  und  waren  nach  der  Art  des  häuslichen  Schulfrühstücks  und
des  Mittagessens  gerichtet.  Bernhard  fand,  daß  rund  7%%  der
Kinder  kein  häusliches  Frühstück  erhielten  und  daß  die  Hauptursachen
hierfür  Nachlässigkeit  der  Eltern  oder  der  Kinder  (64  %),  dann  auch
Krankheit  der  Mutter  (2  %%),  Armut  und  Arbeitslosigkeit  (5  %),  aber

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