100  II.  Ernährungsverhältnisse  der  Volksschuljugend  im  allgemeinen.

Tabelle  XVIII.
Untersuchungsresultate  nach  den  schulärztlichen  Berichten.

Körper-Stadt
  Zahl  der  Untersuchten  beschaffenheit
gut  smittell  schlecht
Allenstten  1907/08:  1352  294  1021
Apodoast  „  347  121  218  8
BrandenbutSg  21  7  63111  40
Braunschweig  B  5870  lrekruten  3256/23981  216
Cöpenik  "  113  2476
Darmstadt  „  4037  1685|/227
Erfuüt  r  „  1662  632100ö681
hdaggen  1906/07:  von  je  100  62  34  4
eilbrnreon  Uen  0o  -  263277  12
vanz  :  von  je  1  68828  4
tansfed.  00  %  58Schu  255  303
Mülhausen  i.  EK.1908  4036  1766/13828388
Reinickendorf.  ..  1907/08:  von  je  100  31¼  63  6
Schlettstat  "„  1199  578  515
Stettttn  "„  3664  1096/22688300
Treptoo  1908  259  20097
Weimienr  1907/08:  453  188221  42
Weißensee  "  559  1912332
—  —  —..  —.  «  635  258|  367
Im  Durchschnitte  von  100  41,8|  48,  81  8,4

ültig,  ob  man  zum  Temperenz=  oder  Abstinenz-Standpunkte  hinneigt,
teht  die  Tatsache  4%  t,  daß  Alkohol  für  Kinder  im  Entwickelungsstadium
besonders  schädlich  ist,  daher  jeglicher  Alkoholgenuß  völlig  unnötig
erscheint  und  verboten  werden  müßte.  Die  Frage  des  Alkoholgenusses
im  Kindesalter  hat  bereits  vielfach  zu  Untersuchungen  angeregt.  So
fand  Hecker  für  die  Kinder  einer  Münchener  Volksschule,  daß  nur
14  abstinent  waren,  55%  einmal  bis  zweimal  Bier,  6,4%  in  regelmäßigen
  oder  zurcelmäßigen  Zwischenräumen  sogar  Schnaps  erhielten.
Fast  5%  der  Kinder  tranken  täglich  mehr  als  ½  Liter  Bier.  In  Ulm
wurde  der  Prozentsatz  der  regelmäßig  mehr  als  ½  Liter  Bier  trinkenden
Kinder  sogar  mit  10  %  ermittelt.  Noch  etwas  größer  wurde  der  Prozentsatz
  der  Kinder,  die  täglich  Bier  genossen,  für  Gera  gefunden  —  für
Knaben  20  und  für  Mädchen  sogar  24%.  Schularzt  Dr.  Goldfeld
in  Schöneberg  fand  sogar  unter  den  Schülern  der  oberen  sechs  Klassen
bei  den  Knaben  56%  und  bei  den  Mädchen  49%  regelmäßige  Biertrinker.
  Wie  stark  der  Alkoholgenuß  unter  den  Schulkindern  in  den
Thüringischen  Staaten  verbreitet  ist,  hat  Leubuscher:)  für  Sachsen-Meiningen
  durch  staatliche  Schulärzte  des  Landes  feststellen  lassen.
Wir  nehmen  aus  diesen  Feststellungen  nur  Angaben  für  die  Städte  des

1)  Schularzttätigkeit  und  Schulgesundheitspflege.  Leipzig  1907,  B.  G.  Teubner.