o.  Folgen  unzureichender  Ernährung.  101

Herzogtums  heraus.  Für  die  Hauptstadt  Meiningen  ergab  die  Umfrage,
daß  eine  große  Anzahl  der  Knaben  mindestens  wöchentlich  einmal  Bier
trinkt,  eine  gewisse  Zahl  sogar  täglich.  Auch  Wein=  und  Schnapsgenuß
kommt  bei  besonderen  Gelegenheiten  nicht  selten  vor.  Dies  gilt  für  die
Knaben.  Für  die  Mädchen  wurde  festgestellt,  daß  8%  täglich  und  70%
zeitweise  Bier  erhielten.

Trotz  dieser  Untersuchungen  in  einzelnen  Städten  und  au  für  einen
kleineren  Bundesstaat,  schien  es  sehr  wertvoll,  über  den  Alkoholgenuß
der  Schulkinder,  der  geradezu  als  Maßstab  für  die  Unkenntnis  weiterer
Bevölkerungskreise  über  die  schädlichen  Folgen  des  Alkohols  gerade  für
das  Kindesalter  betrachtet  werden  kann,  genaue  Aufschlüsse  zu  erhalten.
Die  Gesamtresultate  sind  in  der  nächsten  Tabelle  (XIX,  S.  102)  für  Winter
und  Sommer  getrennt  nach  den  einzelnen  Städtegruppen  dargestellt.

Nach  diesen  Feststellungen  wird  nur  in  seltenen  Fällen  bereits  des
Morgens  Alkohol  in  irgend  einer  Form  gegeben.  Wesentlich  höher  ist
bereits  der  Befund  von  2,8  im  Winter  und  4%  im  Sommer  für  Schulkinder,
  die  regelmäßig  des  Mittags  Alkohol  erhalten.  Bei  Durchsicht
der  betreffenden  Rubriken  der  Tabelle  fällt  vor  allem  als  besonders
hoch  der  Alkoholgenuß  in  den  außerpreußischen  Städten  von  30  bis
50  000  Einwohnern  mit  8,900  auf.

Regensburg  mit  13  war  hier  ausschlaggebend.  Der  Alkoholgenuß
des  Abends  ist  im  Winter  mit  6,4  für  alle  Städte  wesentlich  höher  als
für  Mittag,  und  hier  ist  der  Unterschied  zwischen  den  preußischen  und
außerpreußischen  Städten  mit  4,3  und  7,800  ein  nerr  großer.  In
einigen  Städten,  wie  in  Rosenheim,  ist  der  Prozentsatz  33,  in  Regensburg  54,
in  Würzburg  18  und  in  Augsburg  32,500,  während  in  den  sächsischen
Städten  die  Zahl  der  Kinder  mit  regelmäßigem  Alkoholgenusse  des
Abends  nur  in  Deuben  höher  als  10  %  ist.  Nach  der  Sommererhebung
ist  der  Alkoholgenuß  sowohl  des  Morgens  und  auch  des  Mittags  höher
als  im  Winter,  des  Abends  jedoch  niedriger.  Der  Alkoholgenuß  für
die  Mittagsmahlzeit  ist  besonders  hoch  in  Montigny  mit  33%,  in
Glauchau  mit  189  und  in  Pirna  mit  1300.  Die  hohe  Prozentzahl
für  Abends  in  den  außerpreußischen  Städten  von  10—20  000  Einwohnern
ist  auch  durch  Montigny  verursacht.  In  den  nächsten  Größengruppen
sind  es  wieder  die  bayerischen  Städte  Bayreuth  mit  22,  Schweinfurth
mit  33,  dann  aber  auch  die  sächsichen  Städte  Glauchau  mit  21,  Pirna
mit  1200,  die  für  die  höheren  Gesamtprozentzahlen  den  Ausschlag  geben.
Für  preußische  Städte  fällt  ein  hoher  Alkoholgenuß  bei  Schulkindern
in  Göttingen  auf  mit  129  des  Abends,  im  Sommer  und  im  Winter
Hohenlimburg  mit  50,  Sommerfeld  mit  2000  des  Abends  und  Hirschberg
und  Neusalz  mit  1200  des  Nittags,  Dies  wäre  lediglich  das  Tatsachenmaterial.
  Eine  genauere  Verarbeitung  wird  vielleicht  außerhalb  des
Rahmens  dieses  Vorberichts  empfehlenswert  sein.

e.  Folgen  unzureichender  Ernährung.

Die  weiteren  Fragepunkte  VIIX  sind  nur  von  verhältnismäßig
wenigen  Städten  richtig  verstanden  und  beantwortet  worden.  Hinsichtlich
  der  Frage,  ob  ungenügende  Nahrungszufuhr  für  das  einzelne