II.  Diskussion.  169

der  Ernährung,  die  vorhanden  sind,  wollen  wir  ausfüllen.  Wie  das
mit  der  Schule  zu  kombinieren  ist,  ist  eine  Sache  für  sich,  das  ist  eine
cura  posterior.

Das  ist  ja  richtig,  eine  gewisse  Einschränkung  für  die  Schulspeisung
ist  unbedingt  notwendig.  Aber  wo  es  wenig  Kinder  sind,  die  gespeist
werden,  wird  man  nicht  immer  nach  demselben  Modus  zu  verfahren
brauchen  wie  an  großen  Schulen.

Dann  käme  die  wichtige  finanzielle  Frage,  und  da  ist  der  gar  nicht
zu  bezweifelnde  Satz  an  die  Spitze  gestellt  worden:  das  Reich  könne
derartige  Mittel  nicht  aufbringen.  Nun  habe  i  nicht  gedacht,  daß  wir
genötigt  seien,  an  das  Reich  zu  gehen,  um  Mittel  zur  Durchführun
der  Schulspeisung  zu  erlangen.  Das  ganze  Objekt,  um  das  es
dabei  handeln  kann,  ist  nicht  so  groß,  daß  man  einer  reichsgesetzlichen
Regelung  bedürfte.  Die  Zahlen  liegen  ja  im  Vorberichte  vor,
und  ich  glaube,  wenn  man  sich  auf  das  beschränkt,  was  wirklich
dringend  notwendig  ist,  so  würde  es  sich  um  eine  Flüssigmachung
von  zwei  bis  drei  Millionen  im  ganzen  Deutschen  Reiche  handeln.  Mit
diesem  Betrage  könnten  die  Lücken  da  ausgefüllt  werden,  wo  es  am
notwendigsten  ist,  an  die  Erfüllung  dieser  Aufgabe,  glaube  ich,  kann
man  gehen,  denn  so  viel  Geld  ist  bei  uns  meines  Erachtens  zu  erlangen,
selbst  auf  dem  Wege  charitativer  Tätigkeit.  Es  ist  nur  die  allgemeine
Aufmerksamkeit  darauf  zu  lenken,  daß  hier  solche  Übelstände  rraffer  Art
vorhanden  sind.  Die  Lücken,  die  vorhanden  sind,  wollen  wir  zuerst
ausfüllen  und  dann  einen  weiteren  Gesichtspunkt  in  Betracht  ziehen,  der
in  dem  Zusatze  zu  den  Leitsätzen  hervortritt.  Da  ist  ein  genereller  Plan
von  dem  entworfen  worden,  was  an  Familienfürsorge  wünschenswert
ist,  und  zwar  von  einem  weiteren  Gesichtspunkt  aus,  der  nicht  die  Ernährung
  der  Schulkinder  allein  betrifft,  sondern  die  Hebung  der  Kinderernährung
  an  sich  im  jugendlichen  Alter,  sowie  die  Ernährung  der
Kinder,  die  über  das  schV  flichtige  Alter  hinaus  sind.  Wenn  Sie  die
ganze  Familie  durch  gewisse  Maßnahmen  schützen  könnten,  würde
zweifellos  die  gesamte  Ernährung  und  die  ganze  Frage  der  Erziehung
und  Pflege  der  Kinder  auf  ein  höheres  Niveau  gestellt  werden.  Also
von  diesem  weiteren  Gesichtspunkt  aus  wollen  Sie  diese  Zusätze  betrachten,
  die  wir  an  meine  Thesen  angeschlossen  haben,  sie  gehören  nicht
unmittelbar  zu  den  Grundlagen  der  Schulspeisung,  bei  dieser  kommen
wir  mit  einfacheren  Mitteln  aus.

Ich  glaube,  wenn  wir  heute  auseinandergehen  mit  dem  Empfinden,
daß  für  die  Kinder  etwas  geschehen  soll,  so  können  wir  auch  weiter  mit
dem  sicheren  Bewußtsein  unsere  Arbeit  schließen:  für  die  Kinder  wird
das  geschehen,  was  wir  heute  als  notwendig  vorausgesetzt  haben.

Vorsitzender,  Staatsminister  a.  D.  v.  Möller:

Meine  verehrten  Damen  und  Herren!  Wir  sind  am  Schlusse
unserer  Verhandlungen  angelangt.  Aus  verschiedenen  Außerungen,  die
in  der  Diskussion  gefallen  sind,  darf  ich  meines  Erachtens  entnehmen,
daß  die  Versammlung  erfreut  gewesen  ist  über  das  viele  Gute  und  Schöne,
das  sie  hier  gehört  hat.