Die
indogermanische

Grundsprache.


viele  Uebereinstimmungen  auf.  Im  grossen  und

ganzen  indes  entwickelte  sich  jede  Sprache,  sobald

ihre  Träger  sich  vom  Urstamm  losgelöst  hatten,  in

ihrer  besonderen  Art.  Welche  Gründe  zu  dieser
Sonderentwicklüung  geführt  haben,  lässt  sich  schwer
sagen.  Vermutlich  bestanden  schon  in  der  Ursprache
die  Keime  zu  verschiedenartiger.  Entwicklung,  vielleicht
  infolge  dialektischer  Besonderheiten;  in  ihren

neuen  Wohnsitzen  fanden  die  Einwanderer  neue  klimatische

  Verhältnisse  vor,  ferner  eine  eingesessene
Urbevölkerung,  wie  die  Dasjus  in  Indien,  die  Pelasger

in  Griechenland,  die  sog.  Pfahlbauer  in  Mitteleuropa.

Diese  Urbevölkerungen  wurden  wohl  nie  gänzlich
ausgerottet,  vielmehr  scheinen  die  einwandernden
Indogermanen  sich  als  die  herrschende  Rasse  festgesetzt,
  ihre  Kultur  und  Sprache  den  Eingeborenen  aufgedrungenundsich
  mitihnen,  nachspäterenVorgängen
zu  -schliessen,  auch  teilweise  vermischt  zu  haben.
Sokames,  dass  die  oben  genanntenindogermanischen
Sprachen,  als  sie  zum  erstenmal  schriftlich  aufgezeichnet
  und  der  Nachwelt  überliefert  wurden,  so
grosse  Verschiedenheiten  aufweisen,  dass  erst  die
gelehrte  Forschung  ihren  gemeinsamen  Ursprung  festzustellen
  vermöchte.

Franz  Bopp  (geb.  zu  Mainz  1791,  ‚gest.  zu
Berlin  1867),  der  Begründer  der  vergleichenden
Sprachwissenschaft,  hat  zuerst  den  wissenschaftlichen
Nachweis  von  der  einstigen  Zusammengehörigkeit  der
indogermanischen  Sprachen  geführt.  Durch  seine
und  seiner  Nachfolger  Forschungen  ist  es  gelungen,
ein  ungefähres  Bild  des  lautlichen  Zustands  der  gemeinsamen
  Ursprache  zu  gewinnen.  Wie  weit  zurückliegend
  wir  uns  diese  zu  denken  haben,  lässt  sich
ılaran  ermessen,  dass  die  ältesten  'T’eile  der  heiligen  '