Reichtum
der  indogerman.

Grundsprache,


Kultur  der  _—-Indo-





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Indogerm.:  Indisch:  Griechisch:  Latein;  Deutsch:
16.  bherö  bhärami  phero  fero  ge-bäre

17.  trejes  trayas  treis  tres  drei
18.  apo  apa  apö6  ab  ab
Ig.  upo  üpa  (h)ypdö  —  ob
20.  tod  tad  to  (is-)tud  das

In  der  voranstehenden  Liste  sind  fast  alle  Redeteile
  durch  Beispiele  vertreten:  wir  finden  Hauptwörter
  (Eigenname  No.  6,  Gattungsnamen  8,  9,  ı2,
Verwandtschaftsbezeichnungen  3,  4,  5,  u  2.),  ein
Eigenschaftswort  (No.  ı  5):  ein  Zeitwort  (No.  ı6),  ein
Zahlwort  (No.  ı7),  zwei  Verhältnis-  bezw.  Umstandswörter
  (No.  ı8  und  19),  ein  Fürwort  (No.  20).  Wir
ersehen  daraus,  dass  die  indogerm.  Grundsprache
schon  alle  grammatischen  Kategorien  der  heutigen
Sprachen  aufweist.  Im  Reichtum  an  Lauten,  Nominal-‘und

  Verbalformen  ist  sie  denselben  sogar  weit  überlegen

  und  übertrifft  darin  auch  die  alten  Sprachen
noch  beträchtlich.  Ebenso  ist  der  Wortschatz  der
Indogermanen  für  ihre  einfachen  Verhältnisse  als  sehr
reich  zu  bezeichnen;  oft  scheinen  sogar  mehrere
Ausdrücke  für  denselben  Begriff  vorhanden  gewesen
zu  sein,  von  denen  die  Einzelsprachen  bald  diesen,
bald  jenen  bewahrten.  Während  z.  B.  für  „rot“  ein
einheitliches  Wort  durch  alle  indogerm.  Sprachen
hindurchgeht:  ind.  rudhiräs,  griech.  erythrös,  lat.
ruber,  deutsch  707,  gehen  dieBenennungen  für  „weiss“
auseinander:  ind.  rocas  —griech.  leukös;  ind.  svetas

»  deutsch  weiss.  Besonders  reich  vertreten  waren
in  der  Ursprache  die  Verwandschaftsnamen,  was  auf
ein  vielgegliedertes  Familienleben  schliessen  lässt.
Aber  auch  die  Anfänge  der  Staatenbildung  zeigen
sich  bei  dem  Hirtenvolk,  dem  der  Ackerbau  sowie
die  Verarbeitung  der  Metalle  zu  Geräten  und  Waffen