über  dem  Germanischen  darstellten.  Wie  gross
der  Einfluss  des  Lateinischen  auf  das  (sermanische
war,  lässt  sich  daraus  erkennen,  dass  die  Zahl  der
lat.  Lehnwörter  im  Altgermanischen  schon  über  500
beträgt.  Meist  sind  es  Bezeichnungen  für  Kulturgegenstände,
  die  den  Germanen  von  den  Römern
gebracht  wurden:  Tiere  wie  Zse/  (asinus),  Maul-ter
(mulus);  Obst  und  Gemüse:  Frucht  (fructus),  Kirsche
(ceresia),  Pfirsich  (persicum),  Spelz  (spelta),  ÄoAl
(caulis);  Gewürze:  Serf  (sinapis),  Pfeffer  (piper);
Koch-  und  Backkunst:  Ääche  (coquina),  Butter  (butyrum),
  Ääse  (caseus),  Zssig  (acetum),;  Steinbau:
Keller  (cellarium),  Mauer  (murus),  Söller  (solarium),
Fenster  (fenestra),  Ziege!  (tegula),  Strasse  (stratea),
Platz  (platea);  Einrichtungsgegenstände:  Pfühl  (pulvinar),
  got.  mes  „Tisch“  (mensa),  Äord  (corbis)  ;
Handelsausdrücke:  Äazf-mann  (caupo),  Pfund  (pondus),
  Münze  (moneta),  Kiste  (cista),  Flasche  (Aasca);
Weinbau:  Wein  (vinum),  Most  (mustum',  Zege/(lagena).
Niemand  würde  ferner  heute  in  Wörtern  wie:  Äaiser,
Pfalz,  Anker,  Arzt  oder  in  Pfeil,  Pfütze,  schreiben,
dichten  und  besonders  in  vielen  kirchlichen  Ausdrücken
  wie:  Zeier,  Segen,  Pein,  Plage,  Priester,
‚Münster,  Orgel,  Kreuz  und  zahllosen  andern  fremdes
Sprachgut  suchen.  Und  doch  sind  sie  mit  der  Sache
zugleich  teils  früher,  teils  später  übernommen  worden.
Auch  das  Keltische  hat  zum  altgerm.  Wortschatz
beigesteuert:  Reich,  Amt,  Eıd,  Eisen,  Ger,  Pferd,
Karren  stammen  daher.  Dem  Griechischen  hat  das
Germanische  manche  kirchlichen  Ausdrücke  direkt
entlehnt,  wie  Äirche,  Pfaffe,  Pfingsten  und  Samslag.

Anderseits  gab  das  GGermanische  unzählige  Lehnworte
  an  die  slavischen  Dialekte  ab.  Zope  (Priester)
ist  das  got.  papa,  -gorod  „Stadt“  in  Now-gorod  --