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Neustadt  stammt  von  got.  gards  (vgl.  Star-gard),
chljeb  „Brot“  —  deutsch  Za:b  (got.  hlaifs)  u.  s.  w.
Ebenso  standen  die  finnisch-lappischen  Nachbarn  im
heutigen  Finnland  und  Lappland  jahrhundertelang
unter  dem  Einfluss  der  germanischen  Kultur.  Bemerkenswert
  ist  die  Treue,  mit  der  die  germanischen
Lehnworte  in  den  finnisch-lappischen  Sprachen  bewahrt
  worden  sind;  besonders  wichtig  sind  für  die
germanische  Sprachforschung  die  Entlehnungen  der
vorhistorischen  Stufe,  die  eine  jeder  schriftlichen
Ueberlieferung  vorausgehende  Sprachgestaltung,  sogar
  altertümlicher  als  das  Gotische,  zeigen.  Die
kurzen  Endvokale  (siehe  S.  13)  sind  erhalten,  der
Umlaut  ist  noch  unbekannt  (vgl.  weiter  unten  $  7),
wenn  auch  manche  Veränderung  mit  Rücksicht  auf  die
eigenartigen  Lautverhältnisse  der  finnisch-lappischen
Sprachgruppe,  die  z.  B.  keine  mehrfachen  Konsonanten
  im  Anlaut,  keine  tönenden  Verschlusslaute
kennt,  vorgenommen  worden  ist.  Einige  Beispiele
mögen  das  (sesagte  veranschaulichen:  kuningas  -
Äönig,  rikas  -  Reich,  rengas  --  Ring,  leipä  -  ZLaid
(Brot),  saipo  -:  Seife,  rauma  --  Strom,  kemas  gern,
patja  --  Bett,  lammas  -  Lamm  u.a.  m.

Wie  weit  anderseits  das  Germanische  von
der  Sprache  der  vorgeschichtlichen  Urbewohner
Mitteleuropas  —  Pfahlbauer  der  Steinzeit  u.  a.  —
beeinflusst  worden  ist,  entzieht  sich  bis  jetzt  der
sicheren  Beurteilung.  Wörter  wie  Ärug,  Hanf,  Siber
  u.  a.  sollen  nach  der  Ansicht  mancher  Forscher
daher  stammen.