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Namen  für  die  Buchstaben  des  gotischen  Alphabets
mit  den  mehrfach  überlieferten  Namen  für  die  entsprechenden
  Runenzeichen  übereinstimmen.

Wenn  also  die  Goten  um  300  n.  Chr.  Geburt
die  Runen  schon  gekannt  haben,  so  muss  ihre  Entstehung
  vor  diesem  Zeitpunkt  in  den  ersten  christlichen
  Jahrhunderten  angesetzt  .werden.
Wo  aber  sind  die  Runen  zum  erstenmal  ge-  Xntbraucht
  d.  h.  erfunden  worden?  Bei  der  fast  voll-  stehungs
ständigen  Uebereinstimmung  der  Runenzeichen  auf  5  Runen,
gotischem,  nordischem,  angelsächsischem,  deutschem
und  burgundischem  Gebiet  ist  es  ausgeschlossen,
dass  sie  etwa  an  verschiedenen  Orten  unabhängig
von  einander  entstanden  seien.  |

Alle  germanischen  Runeninschriften  der  ältesten
Zeit  sind  auf  vorgeschichtlichen  Altsachen  angebracht,
  die  einem  von  der  unteren  Donau,  von  den
Wohnsitzen  der  Goten,  ausgehenden  Kulturstrom
angehören.  Dieser  Kulturstrom  spaltet  sich  in  eine
ältere,  nach  Nordwesten  gerichtete,  und  eine  jüngere,
dem  Laufe  der  Donau  folgende,  südlichere  Abzweigung.
  Es  ist  daher  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit
anzunehmen,  dass  die  Runen  bei  den  Goten,  dem
kulturell  in  jener  Zeit  weitaus  am  höchsten  stehenden
  germanischen  Stamm,  als  Erfindung  eines
Mannes  entstanden  und  in  den  angegebenen  Richtungen
  weiter  gewandert  sind.  Ja,  es  sprechen  sogar
  manche  Gründe  dafür,  dass  für  die  Wanderung
  der  Runen  vielleicht  nur  der  nördliche  Kulturstrom
  in  Betracht  kommt,  und  der  vom  Norden
nach  Mitteleuropa  ausstrahlende  Einfluss  sie  weiter
nach  Süden  verbreitet  hat.

Der  Name  ‚Aune‘‘  bedeutet  ursprünglich  „Ge-  Der  Name
heimnis‘‘  und  hängt  mit  dem  Zeitwort  „raunen‘  zu-  „Rune“.

Feist,  Die  deutsche  Sprache.  2