der  schon  im  Urgermanischen  vorhandenen  Keime
aufzüfassen  sind.  Es  werden:

Westgerm.  1.  die  auslautenden  langen  Vokale  gekürzt,
Vokalsystem,
  2.  alle  kurzen  Vokale  werden

a)  nach  langer  Stammsilbe  im  Auslaut  abge-“
  worfen,

b)  in  drei-  und  mehrsilbigen  Wörtern  auch  nach
kurzer  Stammsilbe,  °  |

3.  auslautende  Doppelvokale  werden  gekürzt,

4.  in  Mittelsilben  tritt  nach  vorhergehender  Länge
Vokalschwund  ein.

Einige  Beispiele  hierfür:
I.  got.  tuggo  =  ahd.  zunga  „Zunge“,
2a.  got.  handus  -  -  ahd.  hant,  urnord.  gastiR

ahd.  gast  „Gast“,  aber  wini  (kurze  Stammsilbe)
  „Freund“  neben

b.  Friduwin  (i  fällt  im  Auslaut  mehrsilbiger
Wörter  auch  nach  kurzer  Stammsilbe)  Eigenname,


3.  got.  alıtau  ahd.  ahto  „acht“,

4.  got.  hausida  ahd.  hörta  (lange  Stamm-,
silbe)  „hörte“,  aber  got.  nasida  —  ahd.  nerita.
(kurze  Stammsilbe)  „rettete‘“.

So  erhält  das  westgermanische  Vokalsystem  ein
ganz  anderes  Aussehen  als  das  gotische;  es  erscheint
diesem  gegenüber  weit  zerfallener,  weniger  klang-Westgerm.,

  voll,  aber  dafür  mannigfaltiger.  Auch  im  Konsonanten-Konso-
  »estand  tritt  manche  Veränderung  ein;  es  schwindet
nanten.  das  auslautende  urgerm.  z;  die  Halbvokale  und  Liquiden

  üben  eine  dehnende  Wirkung  auf  vorangehende
Konsonanten,  d.  h.  verdoppeln  sie;  es  tritt  daher