Notker.

Murbacher
Hymnen,

Isidorüber-



Tatian.

Heliand.

art.  Entstanden  im  Kloster  Weissenburg  in  der
zweiten  Hälfte  des  9.  Jahrhunderts,  ist  es  die  erste
deutsche  Dichtung,  die  den  Endrein:  anwendet  an
Stelle  der  altgermanischen  Alliteration,  des  Gleichklangs
  der:  Anfangslaute  (vergl.  $  10).  Einige.
kleinere  Lieder  geistlichen  Inhalts,  teilweise  Uebersetzungen,
  führen  uns  zu  den  reichlichen  Ueberresten
  geistlicher  Uebersetzungstätigkeit,  die  in  verschiedenen
  Klöstern  blühte,  hinüber.  In  alemannischer
  Mundart  sind  die  Üebersetzungen,  die  im
St.  Galler  Kloster  entstanden,  abgefasst  ;  es  sind  ein
Vaterunser,  ein  Credo,  die  Benediktinerregel  und
endlich  Notkers  Schriften  (ungefähr  1000  n.  Chr.):
Uebersetzungen  der  Psalmen,  philosophischer  Werke
und  solcher  über  Redekunst  und  Musik.  Die  sog.
Murbacher  Hymnen  aus  dem  Kloster  Reichenau
weisen  ebenfalls  alemannischen  Dialekt  auf.  Auch
aus  bairischem  Gebiet  sind  uns  verschiedene  kleinere
  Uebersetzungen  erhalten.  Grössere  Werke  in
rheinfränkischer  Mundart  sind  die  in  Bruchstücken
erhaltene  Uebersetzung  eines  Briefes  des  spanischen
Bischofs  Isidor  über  die  Geburt  des  Heilands,
eine  Uebersetzung  des  Matthäusevangeliums  und
anderes.  In  Ostfranken,  im  Kloster  Fulda,  sind  eine
Uebertragung  von  Tatians  Evangelienharmonie  und
einige  kleinere  Stücke  zu  Hause.  Nicht  in  unsern
Kreis  gehört  das  wichtige  altniederdeutsche  Denkmal,
  der  Heliand,  eine  mit  germanischer  Anschauungsweise
  durchsetzte  poetische  Schilderung  des
Lebens  des  Heilands.  In  die  Grenze  zwischen  altund
  mittelhochdeutsch,  in  die  zweite  Hälfte  des
ıı.  Jahrhunderts,  fällt  ein  lebhafter  Aufschwung
geistlicher  Dichtung  in  deutscher  Sprache,  deren
bedeutendstes  Erzeugnis  Willirams  Psalmenüber-