setzung  ist  (s.$  13).  Doch  können  wir  diese  Tätigkeit
  hier  nicht  näher  verfolgen.

Wenn  nun  auch  die  Quellen  althochdeutscher
Sprache  in  den  Handschriften  nicht  allzu  spärlich
sind,  so  wird  doch  dem  Kenner  des  römisch-germanischen
  Altertums  eines  auffallen:  der  gänzliche
  Mangel  an  Inschriften  in  althochdeutscher
Sprache.  In  der  Tat  existiert  nur  ein  einziges
Bruchstück  einer  althochdeutschen  Inschrift,  die  in
Bingen  a.  Rh.  aufgefunden  wurde  und  im  Mainzer
Museum  aufbewahrt  wird,  ein  Grabdenkmal,  das
ein  gewisser  Diederih  sich  und  seinen  Eltern  setzen
liess.  Der  erhaltene  Teil  der  Inschrift  lautet:  Gehugi
  Diederihes  Go  .  .».......  inde  Drulinda
SON  .:  2  2  2  00.  „Gedenke  Diederichs,  (des)
Go  ...  ..  |Vater]|  und  (der)  Drulinda  [Mutter]
Sohn  ..  .  .“  (Vgl.  die  Abbildung  auf  Tafel  1.)

Reichlich  dagegen  fliesst  die  an  zweiter  Stelle
zu  erwähnende  Sprachquelle,  die  sog.  Glossen.  Sie
liegen  aus  den  verschiedensten  Mundarten.  vor:
alemannische,  bairische,  ostfränkische  usw.  Klöster
steuern  bei.  Glossiert  werden  sowohl  biblische
Schriften  wie  kirchliche  und  profane  Schriftsteller,
unter  den  letzteren  besonders  Ovid  und  Vergil.
Daneben  finden  wir  sachlich  geordnete  Glossen,
ganz  in  der  Art  unserer  heutigen  Gesprächsbüchlein,
  z.  B.  Wind-  und  Monatsnamen,  Länder-  und
Städtenamen,  Nahrung,  Kleidung,  Wohnung,  Waffen
und  Geräte,  Vögel,  Kräuter  u.  s.  w.  So  wird  übersetzt:
  lardus  =  spek,  hordeum  -:  gersta,  avena
—  habiro  ‚Hafer‘,  farına  —  melo  ‚Mehl‘,  faba
-=  bono,  lentes  —=  linsin  „Linsen‘,  salsitia  -:
wurst;  camisia  —  hemidi  „Hemd“,  calcei  =  scuohi
„Schuhe“,  inaures  =  orringa;  valvae  —  ture  „Tür“,

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Alıd.  Inschrift.


Glossen.